Erfahrung Sprüche – zeit

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Wer nicht von dreitausend Jahren Sich weiß Rechenschaft zu geben, Bleib im Dunkeln unerfahren, Mag von Tag zu Tage leben.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814 - 1819. Buch des Unmuts. Aus: Und wer franzet oder britet

Die Jahre lehren viele Dinge, die man von Tagen nicht lernen kann.

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Schon einmal da – schon alles dagewesen – [...] Schon dagewesen – alles dagewesen.

Gutzkow, Uriel Acosta. Trauerspiel in fünf Aufzügen, 1847. 4. Aufzug, 2. Auftritt, Akiba

Erfahren muß man stets, Erfahrung wird nie enden, Und endlich fehlt die Zeit, Erfahrnes anzuwenden.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Meist ist es der gute Schwimmer, der ertrinkt.

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Der Weltmann verhält sich zum Büchermann wie ein zugerittenes Pferd zum Esel.

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Alles was einmal passiert, muss nicht noch einmal passieren. Aber alles was zweimal passiert, passiert bestimmt auch ein drittes Mal.

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Die Erfahrung gleicht einer unerbittlichen Schönen. Jahre gehen vorüber, bis du sie gewinnst, und ergibt sie sich endlich, seid ihr beide alt geworden, und ihr könnt euch nicht mehr brauchen.

Börne, Der Narr im weißen Schwan oder: Die deutschen Zeitungen (Fragment), 1829. 2. Kapitel

Was in einem Jahrhundert für recht und gut gehalten wird, kann in einem andern unrecht und unpassend sein.

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Alles kommt einem vor Augen, wenn man siebzig ist.

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Was ein alter Mensch im Sitzen sieht, sieht ein junger nicht im Stehen.

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Alles verschleißt durch Gebrauch – außer der Erfahrung.

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Wer im Juni mäht, der wird Sturm ernten.

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Kaum ist die Ernte einer Erfahrung eingebracht, wird der Acker vom Schicksal neu umgepflügt.

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Die Eule lobt den Tag nicht.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Seid heiter, da ihr's sein könnt; ach, der Kelch des Lebens leert sich bald, und seine Hefe, Erfahrung nennt man sie, ist bitter.

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Es sucht der echte Weise, Daß er das Rechte finde: Jung wird er nicht zum Greife, Alt wird er nicht zum Kinde! Der Winter treibt keine Blüte, Der Sommer treibt kein Eis – Was früh dein Herz durchglühte, Das ziemt dir nicht als Greis! Jung sich enthaltsam preisen, Alt toll von Sinnen sein, Wird nie des wahren Weisen Rat und Beginnen sein!

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Lieder und Sprüche der Weisheit, 2.

Es bleibt keiner Zeit erspart, ihr Erworbenes als eine Torheit betrachtet und ihre Götter als Götzen verspottet zu sehen.

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Nichts hat oft so starkes Gewicht als gewisse Imponderabilien.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die wehmütigste Erfahrung des Menschenlebens ist die, so vieles nur noch tröpfeln zu sehen, was einst strömte.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Auch ein alter Weber verwirrt sich zuweilen im Garn.

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