Erziehung Sprüche – klassisch
51 Sprüche gefunden
Erziehung und Unterricht treiben aus uns schöne Keime, als sollten wir zu Griechen erwachsen; später nimmt uns statt des Gärtners der Braumeister, der Staat, in Empfang.
Die Quelle und die Wurzel aller Trefflichkeit ist eine wohlgeordnete Erziehung.
Nichts ist so stark wie Güte, nichts so gütig wie wirkliche Strenge.
Erziehung beginnt mit Poesie, wird gefestigt durch gutes Verhalten und durch Musik vollendet.
Die Alten bildeten ihre Jugend nicht allein durch Gabe des Wortes, sondern vorzüglich durch Beispiele und Handlungen, damit es in ihren Seelen nicht wohne wie eine Wissenschaft, sondern wie eine von ihr unzertrennliche Natur und Gewohnheit, nicht wie etwas Erlerntes, sondern wie ein angeborener Besitz.
Alle Kunst, alle Erziehung darf nur Ergänzung der Natur sein.
Wenn Erziehung oder Ermahnung irgend etwas fruchteten; wie könnte dann Senecas Zögling ein Nero sein?
Die Alten möchten die Jungen immer klüger machen, als sie selber ehedem waren; sie vergessen aber, dass auch sie sich damals genau ebenso klüger dünkten als die ihnen ratenden Alten.
Wenn du nicht Güter hast und dennoch Leibeserben, bring ihnen Künste bei, sich Güter zu erwerben.
Leben zündet sich nur an Leben an; mithin das Höchste im Kinde sich nur durch Beispiel, entweder gegenwärtiges, oder geschichtliches, oder (was beides vereint) durch Dichtkunst.
Nein, nicht zum Entbehren erziehe die Deinen, nur zum mäßigen Gebrauch dessen, was sie besitzen.
Es ist immer wahr gewesen, daß die am meisterlosigsten sind, die daheim es am schlechtesten haben.
Wenn ich einen Sohn hätte, so würde ich mich bemühen, ihn mit den französischen und deutschen Autoren bekannt zu machen, lieber als mit den Klassikern. Griechisch und Latein ist eitel Luxus.
Die wahrhaft heilsame Strenge muß von jener Reinheit begleitet sein, die selbst in allem als fleckenloses Muster dasteht. Sie muß mit Wohlwollen vereint sein, welches wie ein milder Quell aus dem schroffen Felsen des Charakter springt. Einer solchen Strenge allein entsproßt die unvergängliche Blume der Treue und Anhänglichkeit.
Erziehung sollte zum ersten Teil aus dem gesprochenen Wort, zum andern aus der Verehrung des Göttlichen und zum dritten aus praktischer Arbeit bestehen.
Die Strenge ohne Zorn bessert weit mehr und tut weit minder Böses, als der Affekt eines Zornigen.
So wie die eiserne Not die Erzieherin des ganzen Menschengeschlechtes war, ist eine mit Freiheit verbundene Strenge, die zur Entwicklung der Kraft durch deren Anstrengung treibt, die beste Pflegemutter großer und trefflicher Geister.
Die Grundursache des sittlichen Verderbens liegt in der falschen Maxime, die das Wissen von Weisheit, das Lernen von der Zucht, die Erziehung des Kopfes von jener des Menschen getrennt hat.
Die Erziehung soll auf zwei Grundlagen beruhen: auf Moral und Klugheit. Auf Moral: zur Stütze der Tugend, auf Klugheit: zum Schutze vor den Lastern anderer.
Die Indianer, die wir für Barbaren schelten, beobachten in ihren Gesprächen und Unterhaltungen weit mehr Anstand und Höflichkeit als wir; man hört einander stillschweigend an, bis der eine ausgeredet hat, und dann antwortet der andere gelassen, ohne Geräusch und Leidenschaft.
Die Ausbildung der sittlichen, geistigen und physischen Kräfte muß eine harmonische sein, denn jede Störung des Gleichgewichts der Kräfte wirkt verderblich.