Freundschaft Sprüche – zukunft
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Uhlands Tod Zu Tübingen am Neckar, da steht ein stilles Haus, da trat beim Sternenlichte, den Hut tief im Gesichte, ein bleicher Mann heraus. Wer weiß, daß du verstummtest? Dies Haus und ich allein! Doch morgen wird man trauern von Memels alten Mauern bis an den Wasichenstein. Da schallte von der Brücke der Burschen strammer Tritt; sie huben an zu singen, manch Fräulein von Tübingen sang in Gedanken mit. »Ich hatt' einen Kameraden!« das klang so frisch und voll: der Bleiche horchte lange, bis brennend auf die Wange ihm eine Träne quoll. »Und ob im Todeskampfe das deutsche Herz dir brach: dein Geist wird um uns schweben, denn deine Lieder leben bis an den jüngsten Tag.« Der Mond, der schien so helle, der aus den Wolken trat, im Neckar sang es leise, und fern verklang die Weise: »Mein guter Kamerad.«
Die Freundschaft trägt in sich Sehen für dieses und das künftige Leben.
Gott gibt die rechten Freunde zur rechten Zeit, wir dürfen sie nicht selbst suchen.
Der Freund sei euch das Fest der Erde und ein Vorgefühl des Übermenschen.
Viel kann sich ereignen, ehe der weit entfernte Attikus helfen kann. Inzwischen kann der Südwind im Mittelmeer viel Wellen über den Leidenden wälzen.
Viele, heute befreundet, sind uns morgen Feind.
Mein andres Selbst! Du meine Ratsversammlung, Orakel und Prophet!
Im gegenwärtigen Freund den zukünftigen Feind erkennen, und zwar rechtzeitig: darauf kommt es an. Im Leben und in der Liebe. Wer das nicht versteht, tastet sich an einer Kette von Enttäuschungen durchs Leben. Und durch die Liebe.
Alles sinkt im Strom der Zeiten; Nur der Freundschaft Blume blühet Unzerstörbar auf den Wellen, Und wie schön jenseit des Stromes!
Das war eine schöne Zeit, als ich In die Urne des Glücks noch griff: Da waren Freunde so viel um mich, Wie Ratten auf einem Schiff. Nun werden die Freunde weniger stets, Weil Stürme drohen und Riff. Dem Schiffbruch seh' ich, entgegen geht's: Die Ratten verlassen das Schiff.
Es kommen mitunter Menschen zu uns, von denen wir nie etwas wussten und auf die wir doch immer gewartet haben.
Die besten Freunde des Menschen sind die Hoffnung und die Reue! Die Jugend hat die Hoffnung, das Alter die Erinnerung und die Reue.
Ach! nur in den Nächten des Lebens spricht der Freundschaft Flamme; des Glückes Sonne verdunkelt ihren Glanz.
Zeitversprengte Freunde Wir Freunde auf einen Faden gereiht, Es kam nicht so, wie wir wollten. Denn unsere Kette riß mit der Zeit, Und wir rollten. Von allen Winden zerstreut und gehetzt, Verschliffen und verwittert, Meinten wir schon: Wir würden zuletzt Sterben total verbittert. Doch unser Trauern lernte Geduld Und lächelt nun ruhig ins Neue. Wir glauben an unsere eigene Schuld Und an die Vergeltung für Treue.
An Neuffer Im März 1794 Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder, Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz, Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz. Noch tröstet mich mit süßer Augenweide Der blaue Himmel und die grüne Flur, Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude, Die jugendliche freundliche Natur. Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben, So lang uns Armen Gottes Sonne scheint, Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben, Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.