Gedanken Sprüche – abschied

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Körperfrei und tief verborgen schweift der Geist zu fernen Stätten, wandert einsam. Wer ihn zügelt, sprengt zerreißend Maras Ketten.

Buddha, Dhammapada. Anthologie von Aussprüchen des Buddha; enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts, aufgenommen in den Palikanon unter den Kurzen Texten (Khuddaka-Nikaya) wohl auf dem 2. buddhistischen Konzil im Jahr 383 v. Chr. 37. Vers. Übersetzt von Hans Much, 1920

Einigen nackten Gedanken habe ich im hastigen Unmut ihre Feigenblätter wieder abgerissen ...

Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844. Vorrede

Denn meine Gedanken Zerreißen die Schranken Und Mauern entzwei, Die Gedanken sind frei.

Brentano/Arnim, Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, 3 Bde., 1805-1808. Band 3, Erstdruck: Mohr und Zimmer, Heidelberg 1808. Aus: Lied des Verfolgten im Turm

Lerne, von Dingen wegzudenken, bis ihre Zeit da ist. Damit entläßt du den Gedanken an die Verantwortung, bis es zweckmäßig oder nützlich ist, ihm Einlaß zu gewähren.

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Nur alles heraussprechen! Wie es sich auf der Zunge formt. Jeder Mensch gewöhne sich daran, alle Gedanken in Worte zu formen; dadurch sind sie etwas physischer geworden und können mit physischen Mitteln entfernt werden.

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Es ist so leicht, unwillkommene und unliebsame Gedanken zurückzuweisen, und schon hat man seine Ruhe wieder.

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Wirf deine Gedanken wie Herbstblätter in einen blauen Fluss, schau zu, wie sie hineinfallen und davontreiben – und dann: vergiss sie.

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Es verursacht größere Schmerzen, einen quälenden oder gar furchtbaren Gedanken, der sich festgesetzt hat, mit Gewalt aus dem Hirn zu reißen, als bei ihm zu verweilen.

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Fremde, gelesene Gedanken sind die Überbleibsel eines fremden Mahles, die abgelegten Kleider eines fremden Gastes.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 22. Selbstdenken

Es ist mir zuweilen, als sei man in ein neues Dasein versetzt und habe nur das nöthigste geistige Handgepäck mitgenommen. Als zwängen völlig veränderte Lebensbedingungen zu völlig neuer Gedankenarbeit. Denn Entfernung ist nichts mehr, was Menschen trennt. In spielender Leichtigkeit umkreisen unsere Gedanken den Umfang der Erdoberfläche und fliegen von jedem Einzelnen zu jedem Anderen, wo er auch sei.

Grimm, Fragmente, 1900

Worte sind nie ungeschehen zu machen. Gedanken auch nicht.

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Gedanken sind zollfrei; notgedrungen lassen wir sie also passieren; aber oh wie gerne möchten wir sie kontrollieren.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Kein Ende Nichts ruhet aus. In tollem Schwanken Wahnsinnig dreht die Welt um mich. Kein Ende haben die Gedanken, Und das, und das ist fürchterlich!

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Die Menschen haben viel weniger Gewalt über dich, als sie es meinen, da sie über deine Gedanken keine Macht haben. Die sind dein und bleiben dein, was sie auch sagen und wie sehr sie auch schreien mögen.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Mut

Einsame Gedanken – Einsame Gedanken, sie tauchen zuweilen – Urplötzlich aus ihren Verstecken und eilen Auf luftigen Flügeln davon; indessen Hast du die flüchtigen wieder vergessen, Und legst wieder täglich im alten Gleise Ein Stück zurück deiner Lebensreise. Und dann urplötzlich nach Jahren – da schwanken Vor dir die einsamen, stummen Gedanken. Du weißt, schon einmal in früheren Tagen Hast du dich mit ihnen herumgeschlagen. Und seltsam beengend wird dir zu Sinnen: Du möchtest von Neuem wieder beginnen, Um auf ganz anderen, fremden Wegen Dein Leben zurück noch einmal zu legen. Es ist dir versagt. Da packt dich ein Bangen. Du weißt mit dir selbst Nichts anzufangen, Und währenddessen fühlst du die Gedanken Sich fester um deine Seele ranken. Und erst nach Tagen, die langsam gehen, Siehst du sie weichen, und spurlos zerwehen …

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Wir haben keine Macht über unseren Gedankenfluß, ebensowenig wie über den Kreislauf unseres Blutes.

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Es schadet nicht, hinter die eigenen unleidlichen Gedanken einen Punkt zu setzen.

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Gedanken sind bunte Bälle, die du gegen die Wände deines Ichs wirfst. Wenn du sie nicht mehr fangen kannst, lasse sie nur getrost fallen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Eine Gedanken fliehende Kraft.

Lichtenberg, Sudelbuch B, 1768-1771. [B 318]

Seine Gedanken an vorübergehende Ereignisse heften, heißt in den Sand schreiben, in die Wogen zeichnen und auf Windesflügel bauen.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Sitten und Nationen

An der Vollendung jedes Gedankens muss die Welt zerbrechen.

Leonhard, Aeonen des Fegefeuers. Aphorismen, 1917