Gedanken Sprüche – liebe

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Anziehungskraft Gedanken und Witze willst Du verschwenden? Den Anhang der Menschen Dir zuzuwenden?! Gib ihnen was Gutes zu fressen, zu saufen: Sie kommen in Scharen Dir zugelaufen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Einige Verse

Einigen nackten Gedanken habe ich im hastigen Unmut ihre Feigenblätter wieder abgerissen ...

Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844. Vorrede

Der Krieg und die Romantik, schreckliche Geißeln! Und was für ein erbarmungswürdiger Anblick, die rasende, kindische Liebe dieser Leute für Gewehre und Trommeln zu sehn! Sie verstehn nicht, daß der Krieg, der die Herzen unwissender und barbarischer Völker bildete und ihre Städte gründete, heute dem Sieger selbst nur Verfall und Elend bringt und zugleich ein grauenhaftes und blödes Verbrechen ist heute, wo die Völker durch die Gemeinsamkeit von Kunst und Wissenschaft, Handel und Verkehr miteinander verbunden sind. Sinnlose Europäer, die daran denken, sich gegenseitig zu erwürgen, wo doch die gleiche Zivilisation sie einhüllt und vereint.

France, Aufruhr der Engel (La révolte des anges), 1914 (dt. 1917)

Große Gedanken entspringen weniger einem großen Verstand als einem großen Gefühl.

Dostojewski, Der ewige Gatte (Вечный муж, Večnyj muž), 1870

Ich bin über den Erdball gegangen wie durch den Garten einer Wohnung, die mir gehört.

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Webe deine Gedanken zu einem bunten Tuch, das dich erfreut und andere wärmt.

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Was immer Dich beschäftigt, nie geht es spurlos an Deinem Herzen vorüber: dies Herz wird treuer oder treuloser dadurch.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920

Wie eine Sonne geht das Herz durch die blassen Gedanken und löschet auf der Bahn ein Sternbild nach dem andern aus.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Zweiter Band. 12. Jobelperiode. 59. Zykel

Kluge Gedanken gibt's, die im Herzen, und dumme, die dem Kopf entspringen.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Man liebt zu bemänteln allerorten Schwache Gedanken mit starken Worten.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Es gibt eine Sprache, die nicht spricht und doch alles sagt –!

Nestroy, Nur keck!, 1855, Uraufführung 1943

Titus: [...] Gedanken sind zollfrei. Salome: Ah, nein; es gibt Gedanken, für die man den Zoll mit der Herzensruh' bezahlt.

Nestroy, Der Talisman, 1843. 1. Akt, 14. Szene

Die pragmatische Geschichte meines Herzens zerfallt in drei miserable Kapitel: zwecklose Träumereien, abbrennte Versuche und wertlose Triumphe.

Nestroy, Das Mädl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten (literarische Vorlage: La Jolie Fille du Faubourg von Paul de Kock und Charles Varin), 1841

Wo nur diesen süßlichen Gemütern die Kraft herkommt, all ihre Gedanken des Neides, der Mißgunst, der Eitelkeit, Gedanken, von denen wir wissen, daß sie an ihnen Tag und Nacht zehren und sie förmlich aufreiben, unter diesem ewig gleichen und immer wohltuend scheinenden Lächeln zu verbergen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Echte Gedanken strömen hervor wie Lava aus dem Berg. Sie bringen die Wärme einer unbekannten Tiefe mit sich.

Pauly, Aphorismen, 1905

Epilog Wie auf dem Felde die Weizenhalmen, So wachsen und wogen im Menschengeist Die Gedanken. Aber die zarten Gedanken der Liebe Sind wie lustig dazwischenblühende, Rot' und blaue Blumen. Rot' und blaue Blumen! Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos, Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend, Sogar der hablose Wanderer, Den eu'r Anblick ergötzt und erquickt, Schüttelt das Haupt, Und nennt euch schönes Unkraut. Aber die ländliche Jungfrau, Die Kränzewinderin, Verehrt euch und pflückt euch, Und schmückt mit euch die schönen Locken, Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz, Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen, Oder zur stillen Buche, Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt Als Pfeifen und Geigen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Die Nordsee. Zweiter Zyklus

Der Gedanke ist ein Kind der Liebe. Die Meinung ist in der bürgerlichen Gesellschaft anerkannt.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). VI. Schreiben und Lesen

... von Gedanken, von Gefühlen, hat noch kein Mensch sich satt gemacht!

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Große Gedanken werden von Kopf und Herz zugleich geboren.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Der Gedanke hat in dem Ausdruck noch zu viel Spielraum, ich habe mit dem Stockknopf hingewiesen, wo ich mit der Nadelspitze hätte hinweisen sollen.

Lichtenberg, Sudelbuch D, 1773-1775. [D 96]

Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei.

Ringelnatz, J., Gedichte. Flugzeuggedanken, 1929