Gedanken Sprüche – mut
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Ich muß nun einmal meine Haut zu Marke tragen, meine Haare auf meiner Schädeldecke und keine Perücke. Darum, weil ich muß, will ich auch mein eignes Leben leben. Und sollte ich bis an mein Lebensende zur Miete wohnen, so sollen wenigstens meine Gedanken ein Stück eignen Grund und Bodens unter sich haben, wo sie hausen und einander bestreitend sich heimlich vertragen.
Am Anfang jeder übernommenen Verpflichtung stehe diese: über das Maß seiner Kraft, seiner Ausdauer, seines Opfermutes im klaren zu sein – oder die Übernahme selbst wird zur Schuld.
Wir kommen durch alle Wünsche, Klagen, Hoffnungen und Befürchtungen auch nicht den kleinsten Schritt weiter, sondern geraten nur immer tiefer in Mutlosigkeit und Verwirrung. Am besten ist's, wir legen uns klar und trocken noch einmal alles auseinander, scheiden das Richtige von dem Unrechten und gehen dann ein jeder mutig, tapfer und ergeben den vorgeschriebenen Weg.
Große Gedanken sind wie Gebirgsschluchten wild und gefährlich.
Unser Denkvermögen durchbricht die Bollwerke des Himmels und begnügt sich nicht, das zu wissen, was sich dem Auge darbietet.
Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei.
Jeder neue Gedanke ist eine Gerade.
Auf einen, der einen neuen Gedanken hat, kommen hundert andere, die ihn breit treten.
Man müsse, fügte er [Goethe] hinzu, stets auf einem großen Stück Papier beginnen, der kleine Raum beenge auch die Gedanken.
Es führt dich meilenweit ... Es führt dich meilenweit von dannen Und bleibt doch stets an seinem Ort, Es hat nicht Flügel auszuspannen Und trägt dich durch die Lüfte fort. Es ist die allerschnellste Fähre, Die jemals einen Wandrer trug, Und durch das größte aller Meere Trägt es dich mit Gedankenflug, Ihm ist ein Augenblick genug! Dies leichte Schiff, das mit Gedankenschnelle Mich durch die Lüfte ruhig trägt, Sich selbst nicht von dem Ort bewegt, Das Sehrohr ists, das in die Ferne Den Blick beflügelt bis ins Land der Sterne.
Deutliche Aussprache des Schwierigen gibt Geistesgegenwart.
Die Gedanken der Menschen haben überall ihre Ufer. Bei den einen sind sie flach verlaufend und niedrig, bei den andern hoch und trotzig abspringend. Gleichviel, es sind Ufer. Um sie herum wogt unübersehbar der große Ozean ihrer Beschränkung. Wie mancher tollkühne Schwimmer hat in diesen Wogen schon sein Grab gefunden!
Ein großer Gedanke kennt keine Grenzen.
Der Gedanke betrachtet sich den Weg und geht bedächtig im schönen Schrittwechsel, damit er nicht über die eigenen Füße stolpert.
Klage nimmermehr der Schranke, Die hienieden dir gesetzt − Frei erhebt sich der Gedanke, Blieb das Herz dir unverletzt!