Gedanken Sprüche – romantisch

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Der Krieg und die Romantik, schreckliche Geißeln! Und was für ein erbarmungswürdiger Anblick, die rasende, kindische Liebe dieser Leute für Gewehre und Trommeln zu sehn! Sie verstehn nicht, daß der Krieg, der die Herzen unwissender und barbarischer Völker bildete und ihre Städte gründete, heute dem Sieger selbst nur Verfall und Elend bringt und zugleich ein grauenhaftes und blödes Verbrechen ist heute, wo die Völker durch die Gemeinsamkeit von Kunst und Wissenschaft, Handel und Verkehr miteinander verbunden sind. Sinnlose Europäer, die daran denken, sich gegenseitig zu erwürgen, wo doch die gleiche Zivilisation sie einhüllt und vereint.

France, Aufruhr der Engel (La révolte des anges), 1914 (dt. 1917)

Große Gedanken entspringen weniger einem großen Verstand als einem großen Gefühl.

Dostojewski, Der ewige Gatte (Вечный муж, Večnyj muž), 1870

Wohl werth sind's deine Wonnen, süßester Gedanke, froh ergeben Dies leidenvolle Leben Auf sich zu nehmen viele Jahre lang [...].

Leopardi, Gesänge (Canti), in: Gedichte und Prosaschriften, Berlin 1889, übersetzt von Paul Heyse. Erstdruck: Florenz 1831, erweiterte Fassung Neapel 1835. XXVI. Der herrschende Gedanke. Originaltext

[…] Welchen Sturm gefährlicher Gedanken Weckst du mir in der stillen Brust!

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 1. Akt, 2. Szene, Stauffacher

Man liebt zu bemänteln allerorten Schwache Gedanken mit starken Worten.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Epilog Wie auf dem Felde die Weizenhalmen, So wachsen und wogen im Menschengeist Die Gedanken. Aber die zarten Gedanken der Liebe Sind wie lustig dazwischenblühende, Rot' und blaue Blumen. Rot' und blaue Blumen! Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos, Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend, Sogar der hablose Wanderer, Den eu'r Anblick ergötzt und erquickt, Schüttelt das Haupt, Und nennt euch schönes Unkraut. Aber die ländliche Jungfrau, Die Kränzewinderin, Verehrt euch und pflückt euch, Und schmückt mit euch die schönen Locken, Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz, Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen, Oder zur stillen Buche, Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt Als Pfeifen und Geigen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Die Nordsee. Zweiter Zyklus

Der Gedanke ist ein Kind der Liebe. Die Meinung ist in der bürgerlichen Gesellschaft anerkannt.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). VI. Schreiben und Lesen

Zu dir Sie sprangen aus rasender Eisenbahn Und haben sich gar nicht weh getan. Sie wanderten über Geleise, Und wenn ein Zug sie überfuhr, Dann knirschte nichts. Sie lachten nur. Und weiter ging die Reise. Sie schritten durch eine steinerne Wand, Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand, Durch Grenzverbote und Schranken Und durch ein vorgehaltnes Gewehr, Durchzogen viele Meilen Meer. – Meine Gedanken. – Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei. Und als sie dich erreichten, Da zitterten sie und erbleichten Und fühlten sich doch unsagbar frei.

Ringelnatz, J., Gedichte. Flugzeuggedanken, 1929

Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.

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Nun hat aber der Kopf seine schöpferischen Gedanken niemals länger zur Verfügung, als Lust und Liebe im Herzen dauern.

Balzac, Tante Lisbeth (La Cousine Bette), 1846

Gedanke ist nur ein anderer Name für Schicksal, also wähle dir dein Schicksal selbst! Liebe bringt Liebe, und Haß bringt Haß!

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Sonett 44 Wär meines trägen Fleisches Stoff Gedanke, Nie hemmt' ein Abstand feindlich meine Bahn; Dem Raum zum Trotz von jeder fernen Schranke Wollt ich mich dir, wo du auch weiltest, nahn. Mir wär es gleich, hätt' ich zum fernsten Strande Von dir hinweg auch meinen Fuß gelenkt; Denn der Gedanke fliegt durch Meer und Lande So schnell als er, wohin er strebt, sich denkt. Doch daß ich nicht Gedanke, der Gedanke Ist Tod; ich folgte gern dir viele Meilen; Aus Staub und Naß gezeugt, klag ich und kranke Mit Stöhnen, will die Zeit nicht rasch enteilen. Nichts kann so träger Urstoff uns verleihn Als bittre Thränen, Zeichen unsrer Pein.

Shakspere's Sonette, deutsch von Benno Tschischwitz, Barthel, Halle 1870. Originaltext der Übersetzung

So vom Himmel fällt der Geister Zeugungsfunken, Liebe heißt er, Zündend in der Seele Schooß; Und aus ihrer engen Schranke Ringt ein Wunder, der Gedanke, Kind der Ewigkeit, sich los.

Rückert, Gedichte. Pantheon, Erstdruck 1843. Viertes Bruchstück. Mikrokosmos. Aus: Das Ewige

Es hauset der Gedanke Im unendlichen Weltensaal; Nicht bannt ihn eine Schranke, Nicht hemmt ihn eine Kette, Es ringet Höh' und Thal Sein Fittig aus, verbrannte Zon' und Pol, Und fleugt mit allen Stürmen in die Wette. Doch, ach, es stöhnt in friedeloser Qual, Lebt mit sich selbst im Zanke, Der Kranke, Fühlt, daß die Welt ihm ewig leer und hohl Und findet nirgend eine Ruhestätte. – Der Lieb' in ihrem kleinen Kabinette Ist himmlisch wohl.

Daumer, Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte, nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern, 1846