Glück Sprüche – abschied

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Es reift keine Seligkeit unter dem Monde.

Schiller, Die Räuber, 1781. 4. Akt, 2. Szene, Amalia

Assoziation: Ein langes Glück verliert schon bloß durch seine Dauer.

Lichtenberg, Sudelbuch F, 1776-1779. [F 6]

Kummer lässt sich allein tragen. Für das Glück sind zwei Menschen erforderlich.

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Der langsame Pfeil. Drücke den Pfeil zu schnelle nicht ab, der nimmer zurückkehrt: Glück zu rauben, ist leicht; wiederzugeben, so schwer?

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Zweites Buch

Wenn das Glück ihn verläßt, gilt der Gescheite als dumm.

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Wer sich auf das Glück verlässt, den verlässt das Glück auch.

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Es fehlt einem niemals an Gründen, wenn man sein Glück gemacht hat, einen Wohltäter oder alten Freund zu vergessen, und man erinnert sich mit Unwillen all dessen, was man über ihre Launen verschweigen mußte.

Vauvenargues, Unterdrückte Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Des Fremdlings Abendlied Ich komme vom Gebirge her, Die Dämm'rung liegt auf Wald und Meer; Ich schaue nach dem Abendstern, Die Heimath ist so fern, so fern. Es spannt die Nacht ihr blaues Zelt Hoch über Gottes weite Welt, Die Welt so voll und ich allein, Die Welt so groß und ich so klein. Sie wohnen unten Haus bei Haus, Und gehen friedlich ein und aus; Doch ach, des Fremdlings Wanderstab Geht landhinauf und landhinab. Es scheint in manches liebe Thal Der Morgen- und der Abend-Strahl, Ich wandle still und wenig froh, Und immer fragt der Seufzer: wo? Die Sonne dünkt mich matt und kalt, Die Blüthe welk, das Leben alt, Und was sie reden, tauber Schall, Ich bin ein Fremdling überall. Wo bist du, mein gelobtes Land, Gesucht, geahnt und nie gekannt? Das Land, das Land, so hoffnungsgrün, Das Land, wo meine Rosen blüh'n? Wo meine Träume wandeln gehn, Wo meine Todten auferstehn; Das Land, das meine Sprache spricht, Und Alles hat, was mir gebricht? Ich übersinne Zeit und Raum, Ich frage leise Blum' und Baum; Es bringt die Luft den Hauch zurück: "Da, wo du nicht bist, ist das Glück!"

Schmidt von Lübeck, Lieder. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage, Altona 1847. Originaltext

Das Glück begleitete mich auf Schritt und Tritt, um mich dann im entscheidenden Augenblick zu verlassen.

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Manchmal ist es besser, das Glück laufen zu lassen, als ewig darunter zu leiden.

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Kannst Du nicht der Welt entsagen, Winkt das Glück dir nimmer zu.

Prutz, R. E., Gedichte. Otto Wigand, Leipzig 1841. Dichterliebe. Aus: V.

Wenn das Glück dich verlässt, geh einfach mit.

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Entlasse Das Glück, das dir als Sklave hat gedient, Eh es sich zürnend selbst befreit, es haßt Die Treu und keinem dient es bis ans Ende.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 9. Auftritt, Schwarzer Ritter

Tränen der Trauer, Tränen des Glücks; es kommt auf die Seite an, wohin man blickt.

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Läuterung Wo war, wo ist, wo wird sie sein, Die Stunde, wahrem Glück erlesen? Sie ist nicht und sie wird nicht sein, Denn sie ist immer nur gewesen! Wir mäkeln viel, bis sie entrinnt, Sie däucht uns schön, wenn wir sie missen, Und daß wir glücklich waren, wissen Wir erst, wenn wir es nimmer sind. Wo ist der Mann, wann wird er kommen, Den alle Tugendzierden adeln? Steht er dir nah, noch so vollkommen, Doch weißt du dieß und das zu tadeln; Erst wenn er schied und nimmer kehrt, Erglänzen hell dir seine Gaben, Und eines Menschen ganzen Werth Zu kennen, müßt ihr ihn begraben. Was lieb dir, wird dir lieber sein, Noch schmerzlich lieber durch dieFerne;Blick auf! wie schlingt sie glänzend rein Den goldnen Zauber um die Sterne! Sie webt die blaue Schleierluft Um des Gebirges schroffe Zinnen, Daß eingehüllt in weichen Duft Die Härten des Gesteins zerrinnen. Blick nieder, wo von ihrem Gruß Die Friedhofhügel wogend schwellen, Des dunkeln Stromes grüne Wellen, Der so viel Liebes scheiden muß! Sie spülen Makel weg und Fehle, – Und wie ein Schwan beim Wellenschein, Im Drüberflug ahnt deine Seele: Hier bad' ich einst den Fittig rein.

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Allein man kann nicht alle Sterne zwingen.

Keller, G., Briefe. An Theodor Storm, 1. November 1880

Fliegst du weg und kommst zurück, Ist's nicht mehr das alte Glück.

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Es gibt Leute, die so sehr Feind ihrer selbst sind, daß sie lieber ein Unglück haben, das sie haben kommen sehen: weil sie es vorausgesehen haben, als den Genuß eines Glücks, auf das sie nicht gefaßt waren.

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So schlecht es ist, jemand zu seinem Unglücke, so unweise ist es, einen Menschen zu seinem Glücke zwingen zu wollen.

Ebers, Eine ägyptische Königstochter, 3 Bde., 1864

Mir ist's zu wohl ergangen, Drum ging's auch bald zu End', Jetzt bleichen meine Wangen, Das Blatt hat sich gewend't. Die Blumen sind erfroren, Erfroren Veil und Klee, Ich hab' mein Lieb' verloren, Muß wandern tief im Schnee. Das Glück läßt sich nicht jagen Von jedem Jägerlein, Mit Wagen und Entsagen Muß drum gestritten sein.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

Danach Es wird nach einem happy end im Film jewöhnlich abjeblendt. Man sieht bloß noch in ihre Lippen den Helden seinen Schnurrbart stippen – da hat sie nu den Schentelmen. Na, un denn –? Denn jehn die beeden brav ins Bett. Na ja ... diß is ja auch janz nett. A manchmal möcht man doch jern wissn: Wat tun se, wenn se sich nich kissn? Die könn ja doch nich imma penn ... ! Na, un denn –? Denn säuselt im Kamin der Wind. Denn kricht det junge Paar 'n Kind. Denn kocht sie Milch. Die Milch looft üba. Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba. Denn wolln sich beede jänzlich trenn ... Na, un denn –? Denn is det Kind nich uffn Damm. Denn bleihm die beeden doch zesamm. Denn quäln se sich noch manche Jahre. Er will noch wat mit blonde Haare: vorn doof und hinten minorenn ... Na, un denn –? Denn sind se alt. Der Sohn haut ab. Der Olle macht nu ooch bald schlapp. Vajessen Kuß und Schnurrbartzeit – Ach, Menschenskind, wie liecht det weit! Wie der noch scharf uff Muttern war, det is schon beinah nich mehr wahr! Der olle Mann denkt so zurück: wat hat er nu von seinen Jlück? Die Ehe war zum jrößten Teile vabrühte Milch un Langeweile. Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 01.04.1930, Nr. 14 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931