Hoffnung Sprüche – philosophisch
7 Sprüche gefunden
Wir alle werden von Zeit zu Zeit von solchen Gedanken gequält. Ja, gequält, denn unser Denken reicht gerade hin, die Ohnmacht des menschlichen Geistes zu ermessen. Was ist denn unsere schwache Stimme in der unendlichen Stille des Raumes? Kann unser dürftiger Verstand die Geheimnisse des sternenübersäten Himmels enträtseln? Gibt es Antwort auf unsere Fragen? Keine, nur Echos und phantastische Visionen. Und doch glauben wir, es gäbe eine Antwort, und dereinst wird eine neue Morgenröte aufscheinen über unserem langen Weg durch die Nacht. Wir glauben es, denn ein Abglanz ihrer Schönheit erreicht uns schon jetzt von jenseits des Grabes - wir nennen es Hoffnung. Ohne Hoffnung würden wir den moralischen Tod erleiden, aber mit Hoffnung im Herzen können wir uns zum Himmel aufschwingen, oder wenigstens, falls sie sich nur als freundliches Trugbild erweist, das uns vor Verzweiflung bewahren soll, sanft hinabsinken in den Abgrund ewigen Schlafes.
Nichts auf der Welt ist so falsch und sinnlos, daß es nicht die klügsten Leute für wahr hielten, in allen Fällen, wo es dem Menschen unmöglich ist, sich mit dem Gegenteil abzufinden und zufrieden zu geben.
Was fragst du den Mann Was fragst du den Mann Nach Heimat und Haus? Er hat sie nicht – Du horchest nach Vater Und Mutter ihn aus, Er kennt sie nicht. Was fragst du den Mann Nach Kind und Weib? Er klagt doch nicht, Daß sie ihn verließ Mit Seele und Leib Um einen Wicht … Was fragst du den Mann Nach seinem Gott? Er suchte Licht! – Warum blieb es dunkel In Elend und Spott? Er weiß es nicht.
Fort, fort, ihr Wahrheiten, die ihr düster blickt! Nicht will ich auf meinen Bergen herbe ungeduldige Wahrheiten sehn. Vom Lächeln vergüldet nahe mir heut die Wahrheit, von der Sonne gesüßt, von der Liebe gebräunt, – eine reife Wahrheit breche ich allein vom Baum.
Wir haben keine andere Hoffnung, als auf Wahrheit und Recht.
Ob ein Gott sei? Ob er einst erfülle, Was die Sehnsucht weinend sich verspricht? Ob, vor irgendeinem Weltgericht, Sich dies rätselhafte Sein enthülle? Hoffen soll der Mensch! Er frage nicht!
Die Hoffnung meidet der Wahrheit unbestechlichen Blick, denn er erschüttert sie fast jedesmal.