Krieg Sprüche – kinder
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Es ist unbegreiflich, daß die ganze menschliche Gesellschaft nicht gegen das eine Wort ›Krieg‹ revoltiert.
Es schont der Krieg auch nicht das zarte Kindlein in der Wiege.
Ein furchtbar wütend Schrecknis ist Der Krieg, die Herde schlägt er und den Hirten.
Jeder Irrthum hat seine Schule, sein Auditorium. Keiner kann so übertüncht werden, als die Idee vom Kriege. Wahrlich! ein übertünchtes Grab!
Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.
Ich verabscheue den Krieg: er verdirbt die Armeen.
Wenn der Krieg, wie man gern sagt, der Vater großer Tugenden wäre, so müßten die Menschen vor lauter Morden und Brennen schon Heilige oder Götter sein.
Der Krieg frisst seinen Vater.
Der Krieg ist der geadelte Parvenü aus der bürgerlichen Familie der Prügel.
Michel: Ja, ja, der Krieg ist das allerschrecklichste. Lehrer: Und doch muß man ihn, wie die Welt nun einmal ist, ein notwendiges Übel nennen. Michel: Geht denn Macht vor Recht? Lehrer: Ja.
Krieg dem Kriege Sie lagen vier Jahre im Schützengraben. Zeit, große Zeit! Sie froren und waren verlaust und haben daheim eine Frau und zwei kleine Knaben, weit, weit –! Und keiner, der ihnen die Wahrheit sagt. Und keiner, der aufzubegehren wagt. Monat um Monat, Jahr um Jahr ... Und wenn mal einer auf Urlaub war, sah er zu Haus die dicken Bäuche. Und es fraßen dort um sich wie eine Seuche der Tanz, die Gier, das Schiebergeschäft. Und die Horde alldeutscher Skribenten kläfft: »Krieg! Krieg! Großer Sieg! Sieg in Albanien und Sieg in Flandern!« Und es starben die andern, die andern, die andern ... Sie sahen die Kameraden fallen. Das war das Schicksal bei fast allen: Verwundung, Qual wie ein Tier, und Tod. Ein kleiner Fleck, schmutzigrot – und man trug sie fort und scharrte sie ein. Wer wird wohl der nächste sein? Und ein Schrei von Millionen stieg auf zu den Sternen. Werden die Menschen es niemals lernen? Gibt es ein Ding, um das es sich lohnt? Wer ist das, der da oben thront, von oben bis unten bespickt mit Orden, und nur immer befiehlt: Morden! Morden! – Blut und zermalmte Knochen und Dreck ... Und dann hieß es plötzlich, das Schiff sei leck. Der Kapitän hat den Abschied genommen und ist etwas plötzlich von dannen geschwommen. Ratlos stehen die Feldgrauen da. Für wen das alles? Pro patria? Brüder! Brüder! Schließt die Reihn! Brüder! das darf nicht wieder sein! Geben sie uns den Vernichtungsfrieden, ist das gleiche Los beschieden unsern Söhnen und euern Enkeln. Sollen die wieder blutrot besprenkeln die Ackergräben, das grüne Gras? Brüder! Pfeift den Burschen was! Es darf und soll so nicht weitergehn. Wir haben alle, alle gesehn, wohin ein solcher Wahnsinn führt – Das Feuer brannte, das sie geschürt. Löscht es aus! Die Imperialisten, die da drüben bei jenen nisten, schenken uns wieder Nationalisten. Und nach abermals zwanzig Jahren kommen neue Kanonen gefahren. – Das wäre kein Friede. Das wäre Wahn. Der alte Tanz auf dem alten Vulkan. Du sollst nicht töten! hat einer gesagt. Und die Menschheit hörts, und die Menschheit klagt. Will das niemals anders werden? Krieg dem Kriege! Und Friede auf Erden.
«Ich weiß nicht [, welche Waffen in einem dritten Weltkrieg zur Anwendung kommen]. Aber ich kann Ihnen sagen, was sie im vierten benutzen werden: Steine.
Wo seid ihr nun, Städte, mühsam aufgeschichtet, Häuser, über gähnenden Gassen aufgetürmt, getürmte Kirchen, aufstarrend ins Blau, Paläste, Kuppeln, qualvoll emporgerissen? Und ihr, junge Menschen, gebäumte, aufstürmende Kinder, die leeren Hände steil emporgeworfen, emporgeworfen die heißen, vorzeitigen Gesichter, die schreienden Münder aufgewölbt, wo bist du, beraubte, entwurzelte Jugend mit der großen, rührenden Gebärde ins Leere hinein?
Was schmiedst du, Schmied? »Wir schmieden Ketten, Ketten!« Ach, in die Ketten seid ihr selbst geschlagen. Was pflügst du, Bau'r? »Das Feld soll Früchte tragen!« Ja für den Feind die Saat, für dich die Kletten. Was zielst du, Schütze? »Tod dem Hirsch, dem fetten.« Gleich Hirsch und Reh wird man euch selber jagen. Was strickst du, Fischer? »Netz dem Fisch, dem zagen.« Aus eurem Todesnetz wer kann euch retten? Was wiegest du, schlaflose Mutter? »Knaben.« Ja, daß sie wachsen und dem Vaterlande, Im Dienst des Feindes, Wunden schlagen sollen. Was schreibest Dichter du? »In Glutbuchstaben Einschreib' ich mein und meines Volkes Schande, Das seine Freiheit nicht darf denken wollen.«
Denn über alle Schmach des Krieges geht die der Menschen, von ihm nichts mehr wissen zu wollen, indem sie zwar ertragen, daß er ist, aber nicht, daß er war.
Verdammte Jugend Von Hause fort, durch Straßen fort, Euch unbekannt und jedem Ort, Nur wie der Himmel rasch und hoch Durch fremden Lärm und ohne Wort! Wie schön allein, und dies verwühlt Und keiner drin, der mich befühlt. Der voll Verwandtschaft dumm und dicht In meiner Brust verhaßt sich sühlt! Hier ist nicht Heim, hier ist es auf, Nicht Liebe plump, nur Kampf und Kauf! Ah fließt die Straße strotzend aus Zu andern ein in riesigem Lauf. Ah sprüht es schroff pferdlos vorbei Und brodelt schwarz der Menge Brei Und Häuser flattern hingepeitscht Von Licht, Geläut, Gezisch, Geschrei. Die Steine ziehn in falscher Ruh, Gehackt vom Schlag des Heers der Schuh, Den fahlen Köpfen funkeln wund Von schneller Glut die Lampen zu. Hier Antlitze wie Tiere fremd Und Augen wie in Eis geklemmt Und Augen, die nur sich besehn, Hier Antlitze, von nichts gehemmt! Du Gottlose, mein Haupt zerstäub – Entmenschlichte, mein Herz zerstäub – Mich ohne Heimat, ohne Weg Du Straße ja betäub! betäub!
Der Krieg ist die verruchteste aller Gotteslästerungen.
Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.
Sind denn die trefflichen Geschöpfe, Die Menschen, dazu nur gemacht, Daß um vier, fünf erhitzte Köpfe Man sie, wie Ochsen, wieder schlach't?
Krieg aber erzeugt Krieg.
Der Krieg, sagt man, liegt in der Natur, sowie der Hang zum Bösen.