Krieg Sprüche – liebe

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Es ist als ob die Völker die Gefahren liebten, weil sie sich in deren Ermanglung solche schaffen.

Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen, übersetzt von Franz Graf von Pocci, München 1851

Krieg und Hetzerei jeglicher Sorte ist Heimweh nach dem Wüsten.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Krieg ist der Menstruationsneid der Männer, sie wollen auch mal bluten. So ein Schwachsinn. Schon mal bedacht, wie viele Kriege wegen Frauen geführt wurden?

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Vorwärts, auf diese Entfernung könnten die doch nicht einmal einen Elefanten tref…

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Kein Krieg so klein, er schlägt nicht Wunden bis ins Herz hinein.

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Ich bin nur in Krieg gegangen, um mich in meiner Liebe zum Leben zu befestigen.

Büchner, Woyzeck, 1836/37

Ist der Krieg ein Akt der Gewalt, so gehört er notwendig dem Gemüt an.

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Kriegers Sehnsucht Möchte in meinem Bett Liegen im weißen Hemd, Wünschte, der Bart wäre weg, Der Kopf gekämmt. Die Finger wären rein, Die Nägel dazu, Du, meine weiche Frau, Sorgtest für Ruh.

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Es wird eine Zeit kommen, wo Nationalstolz ebenso angesehen werden wird wie Eigenliebe und andre Eitelkeit; und Krieg wie Schlägerei.

Varnhagen, R., Briefe

Die Gefühle für Gerechtigkeit, Anständigkeit und Treue, welche sich auf anerkannte Gleichheit der Rechte gründen, verlieren in Bürgerkriegen ihre Kraft, wo jeder Teil in dem andern einen Verbrecher sieht, und sich selbst das Strafamt über ihn zueignet.

Schiller, Geschichte der Unruhen in Frankreich, welche der Regierung Heinrichs IV. vorangingen bis zum Tode Karls IX., 1791

Diese Weisheit, welche Blut befiehlt, Ich hasse sie in meiner tiefsten Seele.

Schiller, Maria Stuart, 1800. 2. Akt, 3. Auftritt, Elisabeth

Es gibt kein widerlicheres Schauspiel unter dem Himmel als zwei Menschen, die zähneknirschend und zornfunkelnd einander ins Fleisch hacken und kostbare, lebensstrotzende Körper, ja, unschätzbare lebendige Seelen in eine unnennbare, verwesende Masse verwandeln, die man nur noch zum Düngen von Rübenfeldern verwenden kann.

Carlyle, Vergangenheit und Gegenwart (Past and Present), 1843

Nach der Schlacht Sie hatten gehaßt und gestritten Die Nacht bis zum Morgenrot. Nun liegen sie zwischen zwei Gräben, Bleichwangig, schwerwund oder tot. Zwei Feinde kriechen zusammen; Befreit von des Hasses Trug Verbindet ein jeder die Wunden, Die wild er dem andern schlug.

Bosshart, J., Gedichte

Krieg läßt sich mit Vernunft und gerechtem Gefühl nicht koordinieren. Er braucht einen gesteigerten Zustand des Gefühls, er braucht Enthusiasmus für die eigene Sache und Hass gegen den Gegner. Nun liegt es in der menschlichen Natur, dass sich starke Gefühle nicht ins Unendliche prolongieren lassen, weder ein einem einzelnen Individuum noch in einem Volke, und das weiß die militärische Organisation. Sie benötigt darum eine künstliche Aufstachelung, ein ständiges "doping" der Erregung. …

Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, entstanden im Exil 1939-41, Stockholm 1942 (posthum)

So wie Lissauer waren sie alle. Sie haben ehrlich gefühlt und meinten ehrlich zu handeln, diese Dichter, diese Professoren, diese plötzlichen Patrioten von damals, ich leugne es nicht. Aber schon nach kürzester Zeit wurde erkennbar, welches fürchterliche Unheil sie mit ihrer Lobpreisung des Krieges und ihren Haßorgien anstifteten.

Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, entstanden im Exil 1939-41, Stockholm 1942 (posthum). Über Lissauers berüchtigtes Gedicht: Haßgesang gegen England (1914)

[Der Krieg] brachte auch das kaum begreifliche Phänomen zum Vorschein, dass die Kulturvölker einander so wenig kennen und verstehen, dass sich das eine mit Hass und Abscheu gegen das andere wenden kann.

Freud, Zeitgemäßes über Krieg und Tod, 1915

Wache Das Turmkreuz schrickt ein Stern Der Gaul schnappt Rauch Eisen klirrt verschlafen Nebel streichen Schauer Starren Frösteln Frösteln Streicheln Raunen Du!

Stramm, A., Gedichte. Tropfblut, entstanden zwischen November 1914 und April 1915

Wunde Die Erde blutet unterm Helmkopf Sterne fallen Der Weltraum tastet. Schauder brausen Wirbeln Einsamkeiten. Nebel Weinen Ferne Deinen Blick.

Stramm, A., Gedichte. Tropfblut, entstanden zwischen November 1914 und April 1915

Der Enthusiasmus bei Beginn eines Krieges entspringt zumeist aus der rauflustigen Seele des Menschen; er wütet gegen Menschen, die genauso gut und schlecht sind wie er selber.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919