Krieg Sprüche – modern

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Menschlichkeit Der grausamste Krieg – der menschlichste Krieg! Zum Frieden führt er durch raschesten Sieg. Kaum hört's der Gegner, denkt er: Hallo! Natürlich wüt' ich dann ebenso! Nun treiben die beiden Wüteriche Die Grausamkeit ins Ungeheuerliche Und suchen durch das grausamste Wüten Sich gegenseitig zu überbieten – Jeder gegen den andern bewehrt Durch zehn Millionen Leute, Und wenn sie noch nicht aufgehört, Dann wüten sie noch heute.

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An Peter Panter Peter Panter, Mitarbeiter! Steig doch auf die hohe Leiter! Singe doch von aktuellen Zeitgenossenzwischenfällen! Laß die Liebe, laß die Damen mit dem freundlich blonden Namen; laß die bunten Busentücher – und vor allem: laß die Bücher! Laß sie Bücher schreiben, drucken – wozu da hinuntergucken! Frisch! hinein ins volle Leben! Aktuell mußt du dich geben! Sieh mich an! Fast jede Woche pfeif ich auf dem Flötenloche: Reichstag, Wahlrecht, Osten, Westen, Presse, Orden, Schweinemästen –! Tanz die nationale Runde! Kennst du das Gebot der Stunde? Höcker macht das viel gewandter, Peter Panter, Peter Panter! Du mußt aktueller schwätzen, und man wird dich höher schätzen! Lerne du im Hurraschrein: man darf nicht beschaulich sein.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 11.07.1918, Nr. 28 (Theobald Tiger), wieder in: Fromme Gesänge. Aus großer Zeit, 1919

Kann der Vernünftige nachgeben? … Wir könnten es, wenn die Lage eine symmetrische wäre.

Rathenau, Gesammelte Schriften in fünf Bänden, Band 1, Berlin 1918. England und wir. Eine Philippika

Es wird die Zeit kommen, wo man pathoslos und sachlich einsehen wird, dass es klüger und ökonomischer ist, keine Kriege zu führen.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Das Felderlebnis, in: Die Weltbühne, 17.08.1922, Nr. 33 (Iganz Wrobel).

Es ist eigentlich eine Völkerhetze, der Krieg. Man sollte die Sachen ausdrücken, so wie sie sind.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 283]

Ein rasender Protest gegen den kriegerischen Gedanken und das kriegerische System in der ganzen Welt tut not.

Klabund, Bußpredigt, 1917

Schlimm genug, dass heute die Menschen noch Kriege führen müssen. Wenn sie aber anfangen, den Krieg als solchen zu rechtfertigen und in Vertretung der Weltordnung als von höchsten Gesichtspunkten für die Gesundheit der Menschheit notwendig nachzuweisen, dann soll man sie auf den Mund schlagen.

Kayssler, Besinnungen, 1921