Leben Sprüche

Sprüche über das Leben und seine Bedeutung

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Was ist des Menschen Denken? Ein Labyrinth voll Nacht! Was ist des Menschen Können? Ach, eines Kindes Macht! Was ist des Menschen Wissen? Von einem Meer ein Schaum! Was ist des Menschen Leben? Ein kurzer, bunter Traum.

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Unser Leben hängt so g[e]nau in der Mitte zwischen Vergnügen und Schmerz, daß uns schon zuweilen Dinge schädlich werden können, die uns zu unserm Unterhalt dienen, wie ganz natürlich veränderte Luft, da wir doch in die Luft geschaffen sind. Allein wer weiß ob nicht vieles von unserm Vergnügen von diesem Balancement abhängt, diese Empfindlichkeit ist vielleicht ein wichtiges Stück von dem was unsern Vorzug vor den Tieren ausmacht.

Lichtenberg, Sudelbuch A, 1765-1770. [A 64]

Man kann den Frühling im Jahre nicht festhalten, aber man kann jung bleiben in der Seele bis an sein Ende, wenn man die Liebe lebendig erhält in seinem Herzen für die Menschen, die der Liebe würdig sind, und das Auge offen behält für das Schöne, Große, Gute und Wahre.

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Es ist mit dem Leben wie mit den Prophezeiungen, man versteht sie erst, wenn sie erfüllt sind.

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Das Leben und die Träume sind Blätter eines und des nämlichen Buches. Wann aber die jedesmalige Lesestunde (der Tag) zu Ende und die Erholungszeit gekommen ist, so blättern wir oft noch müßig und schlagen, ohne Ordnung und Zusammenhang, bald hier, bald dort ein Blatt auf: oft ist es ein schon gelesenes, oft ein noch unbekanntes, aber immer aus dem selben Buch.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Erster Band. Erstes Buch. Der Welt als Vorstellung erste Betrachtung: Die Vorstellung unterworfen dem Satze vom Grunde: das Objekt der Erfahrung und Wissenschaft

Mögest du alle Tage deines Lebens leben.

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Mein wahres Sein hängt nicht von der Rolle ab, die ich unter den Erscheinungen spiele, sondern von der Art,wieich sie spiele.

Fichte, Appellation an das Publikum über die durch ein Kurf. Sächs. Konfiszationsreskript ihm beigemessenen atheistischen Äußerungen (Kurztitel: Appellation an das Publikum gegen die Anklage des Atheismus), 1799

Betrachte nur die Dinge von einer andern Seite, als du sie bisher ansahst. Denn das heißt eben: ein neues Leben beginnen.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,2. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Teilen kann ich nicht das Leben, Nicht das Innen noch das Außen, Allen muß das Ganze geben, Um mit euch und mir zu hausen. Immer hab ich nur geschrieben, Wie ich fühle, wie ich's meine, Und so spalt ich mich, ihr Lieben, Und bin immerfort dereine.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 6

Alles Leben ist ein ununterbrochener Strom. Leben kommt nur vom Leben.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. 509, Bruchstücke philosophischer Enzyklopädistik

»Manches können wir nicht verstehn.« Lebt nur fort, es wird schon gehn.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 2

Je leichter du bist, um so besser trägt dich die Woge des Lebens.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Jede Stunde, die wir leben, ist eine Sterbestunde für irgendwen.

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Dies Leben ist ein Gefängnis, wo jeder nur eine kümmerliche Aussicht hat in die Freiheit: das ist die eigene Seele.

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Mit jedem Leben wird ein Lebensrecht geboren und mit jedem Lebensrecht eine Lebenspflicht.

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Das Buch des Lebens versteht nur, wer um Gottes willen lernt, und nicht um der Welt Gunst.

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Worüber der Mensch in diesem Leben nachdenkt, das wird er im nächsten Leben selbst.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Wo der Weg am härtesten ist, da gehe hin, und was die Welt wegwirft, des nimm dich an; und was sie tut, das tue du nicht. Wandele der Welt in allen Dingen zuwider, so kommst du den nächsten Weg zu ihr.

Böhme, De Vita Mentali oder Vom übersinnlichen Leben, 1621

O tränenwertes, wahres Bild des Lebens! Die Freude tritt zur Tür herein, aus der Kaum ging der Schmerz! Das Glück nimmt ein das Bett, Woraus entwichen die Verzweiflung kaum! Was wird, besetzt die Stelle des Gewes'nen; Des Lebens Becher ist stets gleich gefüllt, Nur daß ihn eine Hand ergreift, die andre Ihn wegstellt. Ach! wenn oftmals unser Auge Die Glückesschalen, welche überschäumen Zu müssen scheinen, gründlich prüfen könnte: Ergäbe dann sich nicht, daß jede Lust Des einen Menschen, mit des andern Asche Und Tränen sich vermengt?

Lamartine, Jocelyn, 1836

Das Leben ist eine Pflicht, nicht ein Vergnügen. Es ist kein Festtag und kein Trauertag, sondern ein Arbeitstag.

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Hilf, daß keiner meiner Tage meinem Richter einmal sage, er sei ganz von mir entweiht.

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