Leben Sprüche – freundschaft
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Seltsame Genossen Ist das ein seltsamliches Gewander: Ihr schrittet noch eben vergnügt miteinander durch Wälder und Wiesen und Sonnenschein, du siehst dich um – da gehst du allein. Er blieb zurück am Weggelände, das Wort auf den Lippen, er sprach's nicht zu Ende; ein wunderlich Gebaren, und doch scheint deins verwunderlicher noch. Ganz ruhig gehst des Weges du weiter, hast schnell einen andern vergnügten Begleiter, und fröhlich wieder zieht ihr drein durch Wälder und Wiesen und Sonnenschein. So geht's eine Weile, das seltsame Wandern: Dann kommt es an dich, dann hörst du die andern noch weiter lachen ins sonnige Land, und du bleibst einsam am Wegesrand.
Freunde sind solche, die denselben Vater, Liebende solche, die dieselbe Mutter haben.
Stiftungslied Reicht den Becher in die Runde! Freudig preisen wir die Stunde, Wo wir uns aus fernen Landen Brüderlich zusammenfanden Zu dem schönsten Jugendbunde. Alter Neid, der uns verblieben, Alter Haß, er sei vertrieben. Wer da haßt, der lebt vergebens, Denn die Summe unsres Lebens Sind die Stunden, wo wir lieben. Wo wir irren, wo wir fehlen, Wollen wir uns nicht verhehlen, Aber heimlich und im Rücken Der Verleumdung Dolch zu zücken, Bleibe den gemeinen Seelen. Was wir denken, was wir streben, Was wir lieben und erleben, Sei vereint in diesen Stunden Doppelt schön von uns empfunden, Unsre Herzen zu erheben. Dieser Geist, der uns durchdrungen, Lebe frisch und unbezwungen Immer fort in diesen Hallen, Wenn wir längst in Staub zerfallen Und dies Lied schon längst verklungen.
Und man erkennt: Verbindlichkeit ist Leben, und jeder lebt so völlig wie er liebt: Die Seele will, was sie erfüllt, hingeben, damit die Welt ihr neue Fülle gibt. Bei Tag, bei Nacht umschlingt uns wie ein Schatten im kleinsten Kreis die große Pflicht: Wir alle leben vom geborgten Licht und müssen diese Schuld zurückerstatten.
Wie selten, daß im Druck und Drang des Lebens ein Menschenherz dem andern sich erschließt, der tiefste Born geheimnisvollen Webens in gottgeweihter Stunde überfließt! Denn was wir Heiligstes im Innern tragen, wie Wenigen gönnen wir's mit banger Scheu, wir kennen ja den Spott auf unsre Klagen, Gleichmut und Selbstsucht, die sich ewig treu. So bergen neidisch wir, was echt uns eigen, und überschau'n wir, was das Leben gab, ein Wandern war's in Einsamkeit und Schweigen, und unser Bestes deckt mit uns das Grab!
Stützen Wo ist der Mann von also hohem Glücke, Der so sich könnte rühmend überheben: "Ich geh allein in eigner Kraft durchs Leben, Des Stabes nicht bedürftig, noch der Krücke." Was hilft es ihm, daß er so sicher drücke Mit stolzem Fuß den Boden, der noch eben, Doch bald darauf erschüttert wankt mit Beben, Damit er strauchle und erschreckt sich bücke? Das Tongefäß von kurzbelebtem Staube, Der arme Mensch, er hat im Weltgetriebe Zu Stützen nötig vor des Schicksals Raube: Den Baum des Glaubens, trotzend jedem Hiebe, Der Hoffnung Stab von immergrünem Laube, Die Hand der Freundschaft und den Arm der Liebe.
Sehr oft gleich das Leben einem Schiffbruch, seine Trümmer sind die Freundschaft, der Ruhm, die Liebe. Die Ufer des menschlichen Daseins sind voll von ihnen.
Gebet an das Leben Gewiß, so liebt ein Freund den Freund wie ich dich liebe, rätselvolles Leben! Ob ich in dir gejauchzt, geweint, ob du mir Leid, ob du mir Lust gegeben, ich liebe dich mit deinem Glück und Harme, und wenn du mich vernichten mußt, entreiße ich schmerzvoll mich deinem Arme, gleich wie der Freund der Freundesbrust.
In der Welt sein heißt, von wahren Feinden umgeben sein.
Das Leben, Freunde, ist langweilig. Das dürfen wir nicht sagen.
Ach, Freund, was für ein tolles, verschwiegenes Leben lebe ich! So allein, allein!
Mit dem ›Du‹ im Herzen darf man schweigen, Um so tiefer dann sein Innres zeigen, Wenn die Stunde kommt, da ganz allein Leben sich dem Leben drängt zu weihn… Und es ist ein still beständig Wissen, Und es ist ein ruhiges Vertrauen: Unser Freundeskranz wird unzerrissen Schweben in Maienlüften wie in rauhen Sturmesnächten schlimmeren Geschicks… Nein, es ist kein Rausch des Augenblicks, Wie ihn rasches Jugendblut verdampft, Keine Traumsaat, die der Tag zerstampft – Wir belauschen unser altes Spiel Und gedenken und besinnen viel…
Ich leide nicht, meine Freunde, aber ich fühle eine gewisse Schwierigkeit, zu existieren.
Wir aber, die wir das Leben verteidigen wollen, wir müssen uns sammeln, wir müssen eine Masse bilden, eine aufrührerische Irredenta der Weltfreundschaft gegen die Weltverödung.
Ruhm und Zuneigung – sie sind die stärkste Hilfe für ein Leben ohne Furcht.
Zweierlei bedarf es auf der Bergwanderung des Lebens: entschlossener Kraft und der Freundlichkeit aller Steine, denen wir uns anvertrauen.
Es ist möglich, dass zwei Menschen ein ganzes Leben nebeneinander zubringen, ohne sich auch nur einmal in Wahrheit zu berühren.