Leben Sprüche – mut

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Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren; es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer stolpern muß. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829, Aus Makariens Archiv

Das Leben gleicht jener beschwerlichen Art zu wallfahrten, wo man drei Schritte vor und zwei zurück tun muß.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Heinrich Meyer, 28. April 1797

Der Mensch mag sich wenden, wohin er will, stets wird er auf jenen Weg wieder zurückkehren, den ihm die Natur einmal vorgezeichnet hat.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1811, 1. Teil, 4. Buch

Wer leben will, der muß was tun.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909. Aus: Unbeliebtes Wunder

Deine Sinnesweise musst du ändern, nicht den Himmelsstrich.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 28. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Animum debes mutare, non caelum

Das Leben aber – glaube mir – wird von viel schlimmeren Stürmen geschüttelt als irgendein Schiff. Hier kommt es nicht aufs Reden an, sondern hier gilt es, das Steuer fest in die Hand zu nehmen.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius

Es gibt Zeiten, wo das Weiterleben selbst eine Tat von Kühnheit ist.

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Wer etwas Neues wirklich kennenlernen will (sei es ein Mensch, ein Ereignis, ein Buch), der tut gut, dieses Neue mit aller möglichen Liebe aufzunehmen, von allem, was ihm daran feindlich, anstößig, falsch vorkommt, schnell das Auge abzuwenden, ja es zu vergessen: sodass man zum Beispiel dem Autor eines Buches den größten Vorsprung gibt und geradezu, wie bei einem Wettrennen, mit klopfendem Herzen danach begehrt, daß er sein Ziel erreiche.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Neuntes Hauptstück. Der Mensch mit sich allein

Ein Held ist, wer das Leben Großem opfert. Wer's für ein Nichts vergeudet ist ein Tor.

Grillparzer, Das goldene Vließ. Dramatisches Gedicht in drei Abteilungen (Der Gastfreund, Die Argonauten, Medea), 1819

Mit der Lust zu leben nimmt auch die Lust zu arbeiten zu und der Mut, mehr zu unternehmen.

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Wer seinen eigenen Weg geht, begegnet immer Widerspruch; die Schablone gilt. Aber man muß es eben riskieren. Wer nicht wagt, gewinnt nicht.

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Ich werde dorthin gehen, wohin meine Natur mich führt. Es widerstrebt mir, mich von jemand anderem führen zu lassen.

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Meide den Irrtum, daß es Entbehrungen gäbe für den geschehenen Entschluß, diesen: zu sein!

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Auf einem weiten Weg gibt es keine leichten Lasten.

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Der Weg zum Tun ist zu sein.

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Das Dasein ist köstlich, man muß nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen.

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Leiden, Irrtum und Widerstandskraft erhalten das Leben lebendig.

Keller, Der grüne Heinrich, erste Fassung 1854-55; zweite, endgültige Fassung 1879-80. Vierter Band. Viertes Kapitel: Das Flötenwunder

Nur Glaube und Liebe und Hoffnung sollen nie aus meinem Herzen weichen, dann gehe ich, wohin es soll, und werde gewiß am Ende sagen: „Ich habe gelebt!“ Und wenn es kein Stolz und keine Täuschung ist, so darf ich wohl sagen, daß ich in jenen Stücken nach und nach, durch die Prüfungen meines Lebens, fester und stärker geworden bin.

Hölderlin, F., Briefe. An Heinrike Breunlin, Anfang Dezember 1800

Schneller Gang ist unser Leben; Laßt uns Rosen auf ihn streun!

Herder, J. G., Gedichte. Aus: Lied des Lebens

Wohin mein Weg mich führen mag, der Himmel ist mein Dach, die Sonne kommt mit jedem Tag, die Sterne halten Wach.

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Kein Harren gilt noch Hoffen! Frisch vorwärts! Unverzagt! Mir steht die Welt noch offen: Wohlan, es sei gewagt! Und wird's auch nie errungen, Wonach mein Geist gestrebt, So hab ich doch gesungen, Geliebt und gelebt.

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