Leben Sprüche – philosophisch

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Man weiß erst, daß man ist, wenn man sich in anderen wiederfindet.

Goethe, J. W., Briefe. An Auguste Gräfin zu Stolberg, 13. Februar 1775

Aus Verbindungen, die nicht bis ins Innerste der Existenz geh'n, kann nichts Kluges werden.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 12. Juli 1786

Ich fühl in mir ein Leben, das kein Gott geschaffen, und kein Sterblicher gezeugt. Ich glaube, daß wir durch uns selber sind, und nur aus freier Lust so innig mit dem All verbunden.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Leben - es gibt nichts Selteneres auf der Welt. Die meisten Menschen existieren, weiter nichts.

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Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von außen gesehn, und wie dumpf und besinnungslos, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebensalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Erster Band. Viertes Buch. Der Welt als Wille zweite Betrachtung: Bei erreichter Selbsterkenntnis Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben

Sein oder nicht Sein.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603. Originaltext: To be or not to be.

Wie lange ich lebe, hat mit meinem wahren Wesen nichts zu tun. Wie lange ich aber leben werde, um im höheren Sinne zu leben, das hängt von mir ab.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius

Und die Weisheit im Leben besteht vielleicht in der Frage: Warum?

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Alles, was geschieht, gehört in den Plan der ewigen Welt, und ist gut in ihm, soviel weiß ich; was in diesem Plane reiner Gewinn, oder was nur Mittel sei, um ein vorhandenes Übel hinwegzuschaffen, was daher mich mehr oder weniger erfreuen solle, weiß ich nicht.

Fichte, Die Bestimmung des Menschen, 1800. Drittes Buch. Glaube

Als Zweck unsers Daseins ist in der Tat nichts anderes anzugeben, als die Erkenntnis, daß wir besser nicht dawären.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum vierten Buch. Kapitel 48. Zur Lehre von der Verneinung des Willens zum Leben

Aber damit wird Heraklit ewig recht behalten, daß das Sein eine leere Fiktion ist.

Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889. Die Vernunft der Philosophie

Man wird sein Leben nur durch widrige Empfindungen inne.

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Wie abgerissen und elend würde eine Existenz sein, wenn man nicht mit, durch und in bessern Menschen leben könnte.

Maier (Hg.), Friedrich Schleiermacher. Lichtstrahlen aus seinen Briefen und sämmtlichen Werken, 1863. August 1797

Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1905

Es ist nicht mehr das beschauliche Leben zu führen, nur bedacht auf Häufung von Wissensschätzen, Lösung geistiger Aufgaben, Erweiterung des inneren Gesichtskreises, dazu zählt die ungestörte Ruhe, welche die heutige Zeit nicht gibt

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Man kann leben, ohne ein einziges Mal gefragt zu haben, was Leben ist und was Tod.

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Das eigene Leben bleibt jedem Manne ein Rätsel.

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Ich für mich kann das ganze Leben eines Menschen in seinen Verflechtungen nur als ein göttliches Geheimnis – nicht: verstehen, sondern: betrachten.

Ernst, Grundlagen der neuen Gesellschaft, 1929

Das Leben besteht nicht nur in der Hauptsache aus Tatsachen und Geschehnissen. Es besteht im wesentlichen aus dem Sturm der Gedanken, der jedem durch den Kopf tobt.

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Ein einziger Gedanke geht durch die ganze Schöpfung hindurch: Selbsterhaltung alles Geschaffenen, das Anklammern alles Daseienden an das Dasein. Dies beginnt bei der toten Materie und endet mit dem Sittlichen.

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Ein Leben, das nicht kritisch untersucht wird, ist es nicht wert, gelebt zu werden.

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