Liebe Sprüche – romantisch

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Nach einigen Minuten sagte Knebel: ›Wie sich das alles himmlisch fügt, dort kömmt Herder und seine Frau mit den zwei Kindern.‹ – Und wir gingen ihm entgegen, und unter dem freien Himmel lag ich endlich an seinem Mund und an seiner Brust, und ich konnte vor erstickender Freude kaum sprechen, und nur weinen, und Herder konnt' mich nicht satt umarmen.

Jean Paul, Briefe

An die Stolze Und gleichwohl kann ich anders nicht, Ich muss ihr günstig sein, Obgleich der Augen stolzes Licht Mir mißgönnt seinen Schein. Ich will, ich soll, ich soll, ich muß dich lieben, Dadurch wir beid' uns nur betrüben, Weil mein Wunsch doch nicht gilt Und du nicht hören wilt. Wie manchen Tag, wie manche Nacht, Wie manche liebe Zeit Hab ich mit Klagen durchgebracht, Und du verlachst mein Leid! Du weißt, du hörst, du hörst, du siehst die Schmerzen, Und nimmst der' keinen doch zu Herzen, So daß ich zweifle fast, Ob du ein Herze hast. Bist du denn harter Stein und Stahl Die man doch zwingen kann? Feld, Wiesen, Wälder, Berg und Tal Sehn meine Wehmut an. Die Vögel seufzen, was ich klage. Der hohle Busch ruft, was ich sage. Du nur, du Stolze du, Hältst Ohr und Augen zu. Ach denke, denke, was du tust. Ich kann nicht anders sein. Ich hab an meinem Leiden Lust, Du hassest meine Pein. Kann ich denn keine Huld erlangen, So laß mich die Gunst nur empfangen Und wolle doch mit mir, Daß ich stracks sterbe hier.

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Trunken steht nun der Baum. Rundum gestützt trägt sein Schoß tausend Früchte des Jahrs. Liebe des Sommers war groß. Tropft auch der Seim aus in der Frucht, klopft auch der Apfel ins Gras – keine des Blühens im Mai, keiner der Liebe vergaß. Reife, reife auch du, Liebe, in uns wie der Saft der in der reifenden Frucht Keim neuen Lebens erschafft.

Binding, Sieg des Herzens. Gedichte, 1937

Ein Herz voll Liebe kann alles vergeben, sogar Härte gegen sich, aber nicht Härte gegen andere; denn jene zu verzeihen ist Verdienst, diese aber Mitschuld.

Jean Paul, Flegeljahre, 4 Bde., 1804-1805. Viertes Bändchen. Nr. 55. Pfefferfraß

Sex – überall! Liebe – nirgendwo!

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Die ersten Liebesbriefe werden durch die Augen gesandt.

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Die Natur und der eigentümliche Geist der Liebenden blicken einander in die Augen, es sind das zwei Richtungen der gleichen Handlung, es ist ein Fließen in zwei Richtungen und ein Brennen von zwei Enden.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Ich weiß wohl, was dich bannt in mir, Die Lebensglut in meiner Brust, Die süße zauberhafte Zier, Der bangen tiefgeheimen Lust, Die aus mir strahlet, ruft zu dir, Schließ mich in einen Felsen ein, Ruft doch arm Lind durch Mark und Bein: Komm, lebe, liebe, stirb an mir, Leg' diesen Felsen auf deine Brust, Du mußt, du mußt.

Brentano, C., Gedichte. Entstanden um 1817/18 oder um 1834, Erstdruck 1943

Jeder Liebende soll bleich werden: diese Farbe passt zu jedem, der liebt.

Ovid, Ars amatoria, auch Ars amandi (Die Liebeskunst), entstanden zwischen 1 v. Chr. und 4 n. Chr. Originaltext: Palleat omnis amans: hic est color aptus amanti.

Jeder, der liebt, befindet sich im Krieg.

Ovid, Amores (Liebesgedichte), 49 Gedichte in drei Büchern, entstanden ab 16 v. Chr

Im Sommer O komm mit mir aus dem Gewühl der Menge, Aus Rauch und Qualm und tobendem Gedränge, Zum stillen Wald, Dort wo die Wipfel sanfte Grüße tauschen, Und aus der Zweige sanft bewegtem Rauschen Ein Liedchen schallt. Dort zu dem Quell, der durch die Felsen gleitet Und dann zum Teich die klaren Wasser breitet, Führ ich dich hin. In seinem Spiegel schau die stolzen Bäume Und weiße Wolken, die wie sanfte Träume Vorüberziehn. Dort laß uns lauschen auf der Quelle Tropfen Und auf der Spechte weit entferntes Klopfen, Mit uns allein. Dort wollen wir die laute Welt vergessen, An unsrem Herzschlag nur die Stunden messen Und glücklich sein!

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Ein kluger Arzt hat einmal zu mir gesagt: "Ich übe meinen Beruf nun schon drei Jahrzehnte aus und habe vielerlei verschrieben. Es hat sich aber immer wieder gezeigt, dass für die meisten Leiden ein bisschen Liebe die beste Arznei ist." "Und wenn das nicht hilft?" "Dann muss man eben die Dosis verdoppeln!"

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Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.

Neues Testament. Das Evangelium nach Johannes (#Joh 15,12)

Der kühle Verstand lehnt es zwar ab, so etwas wie seelische Verwandtschaft unter Menschen gelten zu lassen – und Fälle, in denen eine Liebe auf den ersten Blick einem Leben neuen Inhalt und eine völlig neue Richtung gibt, sind ja auch äußerst selten – zum mindesten unter den Männern. Meist trifft es dann jene gefestigten, selbstsicheren Naturen, die es am wenigsten erwarten, daß das Schicksal gerade ihnen einen derartigen Streich spielen könne, die so wenig bereit sind, sich bedingungslos einer Empfindung hinzugeben, daß sie es oft nicht einmal merken, wenn ihr Geschick sie schon ereilt hat.

Galsworthy, Jenseits (Beyond), 1917

Die gegeißelte Psyche Wo von alter Schönheit Trümmern Marmorhell die Säle schimmern, Windet blaß und lieblich eine Psyche sich im Marmelsteine. Unsichtbarem Geißelhiebe Beugt sie sich in Qual und Liebe, Auf den zarten Knieen liegend, Enge sich zusammenschmiegend. Flehend halb, und halb geduldig, Trägt sie Schmach und weiß sich schuldig Ihre Schmerzensblicke fragen: Liebst du mich? und kannst mich schlagen? Soll dich der Olymp begrüßen, Arme Psyche, mußt du büßen! Eros, der dich sucht und peinigt, Will dich selig und gereinigt.

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Zanken wir, so dränget uns des geraumten Hauses Stätte; Lieben wir, so haben wir Raums genug in einem Bette.

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Blinde Liebe ist unvernünftig.

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Sobald wir den wahren Wunsch haben, zu lieben, fangen wir zu lieben an.

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Man kann Liebe selten zu spät, immer zu bald gestehen.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Was den Verkehr zwischen Mann und Frau so anregend macht, das sind die zahlreichen Nebengedanken, die zwischen Männern als störend und geschmacklos, zwischen Mann und Weib als angenehm empfunden werden.

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Du hast mir soviel gegeben. Gib mir noch ein Ding mehr – ein liebevolles Herz.

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