Religion Sprüche – kinder

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Religion: Alte; Poesie: Religion der Jugend.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Skizziertes. Zweifelhaftes. Unvollständiges

Die Religiosität führt sich biologisch auf die lang anhaltende Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit des kleinen Menschenkindes zurück, welches, wenn es später seine wirkliche Verlassenheit und Schwäche gegen die großen Mächte des Lebens erkannt hat, seine Lage ähnlich wie in der Kindheit empfindet und deren Trostlosigkeit durch die regressive Erneuerung der infantilen Schutzmächte zu verleugnen sucht.

Freud, Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci, 1910. V.

Jeder wird in der Religion seiner Eltern geboren, von Kindheit an in dieselbe eingeleitet, und nachher behält er sie bei und kann wegen der Geschäfte in der Welt nicht selbst sich aus dem Falschen derselben herausführen; hingegen ein böses Leben führen und das Falsche bis zur Zerstörung des echten Wahren bestätigen, dies verdammt. Denn wer in seiner Religion bleibt und an Gott, innerhalb der Christenheit aber an den Herrn glaubt und das Wort heilig hält und aus Religion nach den Vorschriften der zehn Gebote lebt, der schwört nicht auf das Falsche.

Swedenborg, Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche (Summaria expositio doctrinae Novae Ecclesiae), 1769

Da aber die erste Regel für jeden, der etwas geben will, diese ist, daß er's selber habe: so kann niemand Religion lehren, als wer sie besitzt; erwachsene Heuchelei hingegen oder Maul-Religion erzeugt nichts als unerwachsene.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Viertes Kapitel. Bildung zur Religion. § 40

Wenn die Welt erst ehrlich genug geworden sein wird, um Kindern vor dem 15ten Jahr keinen Religionsunterricht zu erteilen; dann wird etwas von ihr zu hoffen sein.

Schopenhauer, A., Nachlass. Adversaria (1828)

Religionen sind Kinder der Unwissenheit, die ihre Mutter nicht lange überleben.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 15. Über Religion

»Bleibe, schönes Mädchen!« ruft der Knabe, Rafft von seinem Lager sich geschwind: »Hier ist Ceres', hier ist Bacchus' Gabe; Und du bringst den Amor, liebes Kind! Bist vor Schrecken blaß! Liebe, komm und laß, Laß uns sehn, wie froh die Götter sind!« »Ferne bleib, o Jüngling! bleibe stehen; Ich gehöre nicht den Freuden an. Schon der letzte Schritt ist, ach! geschehen Durch der guten Mutter kranken Wahn, Die genesend schwur: Jugend und Natur Sei dem Himmel künftig untertan. Und der alten Götter bunt Gewimmel Hat sogleich das stille Haus geleert. Unsichtbar wirdeinernur im Himmel Und ein Heiland wird am Kreuz verehrt; Opfer fallen hier, Weder Lamm noch Stier, Aber Menschenopfer unerhört.« .....

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Balladen. Aus: Die Braut von Korinth, 1797

Das ist der beste Katechismus, den die Kinder ohne den Pfarrer verstehen.

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Die beste Vermittlung der Religion geschieht dadurch, daß die Mutter das Kind beten lehrt und mit ihm betet. Dagegen ist es nicht wohlgetan, den Glauben an Gott zunächst auf irgend ein Räsonnement über äußere Dinge zu stützen.

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Als die ersten Kirchen erbaut wurden und die Turmspitzen den Himmel durchstachen, sagte Petrus zu den Engeln: "Da kitzeln sie uns die Fußsohlen, und das nennen die Menschen – Religion!"

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Wer in der Jugend mit der Religion spielt, ist schon tief verdorben und fast unheilbar.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum)

Über die Priester sollen wir fühlen wie Voltaire; über die Religion selbst wie Fénélon.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Nicht trotz unseres eifrig gepflegten Religionsunterrichts ist unsere Jugend religiös indifferent; sie wird es durch den Übereifer der dogmatischen Unterweisung.

Sallwürk, Haus, Welt und Schule. Grundfragen der elementaren Volksschulerziehung, 1902

Wir können ebensogut erwarten, daß Samen auf kahlen Felsen wachsen, als daß eine milde und philosophische Religion unter unwissenden und rohen Wilden eingeführt werden könnte.

Buckle, Geschichte der Zivilisation in England (History of Civilization in England), 2 Bde., 1857-61

Keine Religion als die christliche hat gelehrt, daß der Mensch als Sünder geboren wird.

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Wer dem Volke die Religion nehmen will, ist entweder ein Bösewicht oder ein Narr.

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Religionen sind wie Särge und Wiegen: man legt uns hinein, fragt keiner, wie wir liegen.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Mit dem Verhalten zur Verschiedenartigkeit der Religionen ist es leider wie mit dem Familiensinn, der seine eignen Kinder wunderbar schön findet, während sie andern nicht selten häßlich erscheinen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Wahre Religion also ist ein kindlicher Gottesdienst, eine Nachahmung des Höchsten und Schönsten im menschlichen Bilde, mithin die innigste Zufriedenheit, die wirksamste Güte und Menschenliebe.

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Viertes Buch. VI. Zur Humanität und Religion ist der Mensch gebildet

Was die Menschen durch ihre größten Erleuchtungen zu erkennen vermochten, das lehrt diese Religion ihre Kinder.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum). Über Leidenschaft und Liebe

Bei einem unwissenden und barbarischen Volk wird sie [die Religion] zu einem Instrument aller Greuel, und dieses ist um so gefährlicher, als es der Aberglaube heiligspricht; bei einem aufgeklärten und wissenden Volk kann sie zum Quell vieler Tugenden werden.

Grimm, Paris zündet die Lichter an. Literarische Korrespondenz (Correspondance littéraire, philosophique et critique), hg. von Kurt Schnelle, übersetzt von Herbert Kühn, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung 1977. 1.1.1755. Originaltext der Übersetzung