Religion Sprüche – modern

21 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Religion modern

Die Religion? Der beliebte Ersatz für den Glauben.

Internet

Versteht mich aber nur nicht wunderlich als meinte ich etwa [...] es könnte etwa einer Religion haben und fromm sein, dabei aber unsittlich. Unmöglich ist ja dieses. Aber eben so unmöglich, bedenkt es wohl, ist ja nach meiner Meinung, daß einer sittlich sein kann ohne Religion, oder wissenschaftlich ohne sie.

Schleiermacher, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern, 1799

Keine Religion hat so viele Menschenopfer gefordert und auf eine so schmähliche Weise hingeschlachtet als diejenige, die sich rühmt, sie für immer abgeschafft zu haben.

Internet

Ich kann mir eine Zeit denken, welcher unsere religiösen Begriffe so sonderbar vorkommen werden, als der unsrigen der Rittergeist.

Lichtenberg, Sudelbuch H, 1789-1793. [H 128]

Eine Religion, welche nicht oder nicht mehr fähig ist, sich auf die Höhe der erworbenen Wissenschaft zu erheben, ist eine tote Religion.

Internet

Ich predige nicht die Duldsamkeit. Unbeschränkte Religionsfreiheit ist in meinen Augen ein so geheiligtes Recht, daß das Wort Duldsamkeit, als Ausdruck hierfür gebraucht, mir gewissermaßen selbst tyrannisch erscheint.

Internet

Famos steht dir dein bunter Kittel, Doch was beschmierst du ihn mit Dreck? Die Religion ist nur ein Mittel und du – erniedrigst sie zum Zweck!

Internet

Die Religion aus der Vernunft verbessern, kömmt mir freilich ebenso vor, als wenn ich die Sonne nach meiner alten hölzernen Hausuhr stellen wollte.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Korrespondenz zwischen mir und meinem Vetter, angehend die Orthodoxie und Religionsverbesserungen

Einst ist nicht Jetzt Sonst war die Religion, ich gesteh's, die Stütze des Staates; Aber jetzt ist der Staat Stütze der Religion.

Feuerbach, Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, Erstdruck 1830 (anonym). Satyrisch theologische Distichen, 1830

Unsere neueste Religion Ist das Scheitern der Spekulation, Wenn die Denkwirtschaft nicht weiter geht, Macht sie Konkurs als Religiosität.

Internet

In früheren Jahrhunderten war die Religion ein Wald, hinter welchem Heere halten und sich decken konnten. Aber nach so vielen Fällungen ist sie nur noch ein Buschwerk, hinter welchem gelegentlich Gauner sich verstecken.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 15. Über Religion

Selbst die moderne Religion in Europa, die sich auf die Sonntage beschränkt, ist besser als gar keine.

Blavatsky, Die Geheimlehre (The Secret Doctrine), 1888

Eine Religion ohne Metaphysik – das läßt mich an eine Annonce denken, die ich in den letzten Jahren in den großen Zeitungen las: Wein ohne Trauben.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Der Protestantismus hat zu seiner Zeit, wenn wir es recht verstehen wollen, seinen Goethe, seinen Napoleon hervorgebracht: die Deutsche Literarische und die Französische Revolution….

Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte (On Heroes, Hero-Worship, and The Heroic in History), 1841

Jede herrschende Religion war einst Ketzerei.

Internet

Die Religion soll nicht die Dienerin der Hierarchie, sondern die Hierarchie die Dienerin der Religion sein.

Internet

Religionen sind die Friedhöfe des Geistes. Man kann nicht den Lebendigen bei den Toten suchen.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Der Protestantismus ist eine Philologie, keine Religion.

Ball, Die Folgen der Reformation. Zur Kritik der deutschen Intelligenz, 1919

Von der Bevölkerung her ist es mehr und mehr die Kultur (im weitesten Umfang des Wortes), welche an die Stelle der Religion tritt, sobald es sich darum handelt, wer den Staat bedingen soll.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

In der Gegenwart, wo es keine ausschließliche Nationalreligion mehr gibt noch geben kann, muss man alle Kulte dulden, die die anderen dulden, solange ihre Dogmen den staatsbürgerlichen Pflichten nicht widerstreiten.

Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes (Du Contrat social ou Principes du droit politique), entstanden 1754-58, Erstdruck 1762. 8. Die bürgerliche Religion

Die Kanzelredner der Religion sind die Zerstörer des Religiösen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919