Schicksal Sprüche – abschied

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So klammert sich der Schiffer endlich noch Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 5. Akt 5. Szene, Tasso zu Antonio

Du kannst nicht verhindern, daß ein Vogelschwarm über deinen Kopf hinwegfliegt. Aber du kannst verhindern, daß er in deinen Haaren nistet.

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Wird dir dein Los zu schwer, schau, eh' du klagst auf die andern; schwerer belastet, als du, muß mancher durchs Leben oft wandern.

Tonger (Hg.), Lebensfreude. Wollen u. Wirken. Unser Leben. Sprüche und Gedichte, gesammelt von P. J. Tonger (Ausgabe der ersten drei Einzelbändchen in einem Bande), Köln, um 1917. Lebensfreude

Verderben, gehe deinen Gang!

Schiller, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, 1782. 5. Akt, 1. Auftritt, Fiesco

Was Gott dir gibt Was Gott dir gibt, das wahr' als Pfand Von seiner Gnad' und Treue Und schling darum der Liebe Band Mit jedem Tag aufs neue. Und was er nimmt, das laß ihm gern, Es ist wohl aufgehoben, Es kommt die Zeit, wo du den Herrn Auch dafür lernest loben.

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Muss es sein, So schick dich drein.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Erflehe nichts: Aus vorbestimmtem Los vermag kein Sterblicher sich zu befreien.

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Das Schicksal ist ein Verräter.

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Was sein muß, das geschehe, doch nicht drüber.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 2. Akt, 2. Szene, Walter Fürst

Du hältst es nicht mehr aus, dein herrisches Schicksal? Liebe es, es bleibt dir keine Wahl!

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Sommer 1888

Überlaß dich ohne Widerstand dem Geschick und laß dich von diesem in die Verhältnisse verflechten, in die es ihm beliebt.

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Man muß dem Schicksal auch eppa übriglassn.

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Der von seinen Affekten abhängige Mensch ist nicht Herr über sich selbst, sondern ein Sklave des Schicksals.

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Indem wir etwas beim Namen nennen, verliert es an Macht über uns.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Tragische Geschichte 's war einer, dem's zu Herzen ging, Daß ihm der Zopf so hinten hing, Er wollt es anders haben. So denkt er denn: wie fang ich's an? Ich dreh mich um, so ist's getan – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Da hat er flink sich umgedreht, Und wie es stund, es annoch steht – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Da dreht er schnell sich anders 'rum, 's wird aber noch nicht besser drum – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Er dreht sich links, er dreht sich rechts, Es tut nichts Guts, es tut nichts Schlechts – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Er dreht sich wie ein Kreisel fort, Es hilft zu nichts, in einem Wort – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Und seht, er dreht sich immer noch, Und denkt: es hilft am Ende doch – Der Zopf, der hängt ihm hinten.

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Bedeutet ein Schicksalsschlag für dich das Ende, hast du dich sehr weit von dir entfernt.

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Ich bin zerfallen in mir selbst. – Aus der Urne des Schicksals werden die Lose des Menschen gezogen; wenn ich den Buben beuteln könnt', der das meinige gezogen hat, – ich tät's.

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Aufgebung Ich lasse das Schicksal los. Es wiegt tausend Milliarden Pfund; Die zwinge ich doch nicht, ich armer Hund. Wie's rutscht, wie's fällt, Wie's trifft – so warte ich hier. – Wer weiß denn vorher, wie ein zerknittertes Zeitungspapier Weggeworfen im Wind sich verhält? Wenn ich noch dem oder jener (zum Beispiel dir) Eine Freude bereite, Was will es dann heißen: »Er starb im Dreck«? – Ich werfe das Schicksal nicht weg. Es prellt mich beiseite. Ich poche darauf: Ich war manchmal gut. Weil ich sekundenlang redlich gewesen bin. – Ich öffne die Hände. Nun saust das Schicksal dahin. Ach, mir ist ungeheuer bange zumut.

Ringelnatz, J., Gedichte. Reisebriefe eines Artisten, 1927

Ich bin eines Singenden Stimme in dunklen, tiefen Schächten, dort hört kein Ohr, ist alles echolos, bin ein irrendes Licht überm See in gespenstigen Nächten, ein Trugschein, der im Dunkel lischt: in einem feuchten Schoß. Ich bin ein treibendes Blatt in des Herbstes leeren Reichen, ich wirble hin, der Sturm läßt mich nicht ruhn. Ob ich hafte am Berg, ob versinke in grundlosen Teichen, das weiß ich nicht, mich kümmert's nicht – kann nichts dagegen tun.

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Es soll keiner den anderen um sein Los beneiden, es soll aber auch keiner den anderen für das seine – wenn es ihm zu schwer wird – verantwortlich machen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Menschenschicksale sind lose Blätter, die vom Winde getrieben zur Erde fallen – vergehen – und keine Spuren hinterlassen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913