Schicksal Sprüche – familie

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So klammert sich der Schiffer endlich noch Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 5. Akt 5. Szene, Tasso zu Antonio

Wer Weib und Kinder besitzt, hat dem Schicksal Geiseln gegeben.

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Oft fühl ich jetzt, wie mein Vaterland meine frühsten Gedanken mit unvergänglichen Farben angehaucht hat, und sein Bild eine seltsame Andeutung meines Gemüts geworden ist, die ich immer mehr errate, je tiefer ich einsehe, daß Schicksal und Gemüt Namen Eines Begriffs sind.

Novalis, Heinrich von Ofterdingen, 1802 (posthum). Zweiter Teil: Die Erfüllung

Das Schicksal ist stärker als die Erziehung.

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Alle listigen Füchse kommen endlich beim Kürschner in der Beize zusammen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Aber wehe einem jeden, der nicht sein Schicksal an dasjenige der öffentlichen Gemeinschaft bindet, denn er wird nicht nur keine Ruhe finden, sondern dazu noch allen inneren Halt verlieren und der Mißachtung des Volkes preisgegeben sein, wie ein Unkraut, das am Wege steht.

Keller, Das Tagebuch und das Traumbuch, Basel 1942 (posthum). 2. Mai 1848

Die Sterne sind nur der Vater deines Schicksals. Die Mutter ist deine eigene Seele.

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Die innere Entwicklung der Zünfte kam den auflösenden Tendenzen von außen entgegen; sie entgingen nicht dem Schicksal aller menschlichen Einrichtungen, aus Organen, die der Wohlfahrt der Gesamtheit dienen, in Anstalten zum Schutz enger selbstsüchtiger Interessen umgebildet zu werden.

Paulsen, System der Ethik. Mit einem Umriß der Staats- und Gesellschaftslehre, 2 Bde., 1889. IV. Buch. Die Formen des Gemeinschaftslebens. III. Die Gesellschaft. 2. Kapitel: Die Gesellschaftsordnung

Das Schicksal eines Volkes erstreckt sich nicht vom Einzelnen auf das Ganze, sondern vom Ganzen auf das Einzelne.

Frobenius, Schicksalskunde im Sinne des Kulturwerdens, 1932

Wir alle, ohne Unterschied, leben in einer Art Gefangenschaft, und angebunden sind auch die, die uns angebunden haben, du müsstest denn die Kette an der Linken für leichter halten. Den einen fesseln Ehrenstellen, den anderen Reichtum; einige leiden unter ihrer vornehmen Geburt, andere unter dem Gegenteil; manche müssen sich fremde Herrschsucht gefallen lassen, manche hinwiederum sind Opfer der eigenen.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 10. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt, 1923

Es ist nicht entscheidend, wer uns zeugt, sondern wo das Schicksal uns hinstellt.

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Kein Mensch schmiedet die Fesseln sich selbst [...].

Theognis, Elegien. Deutsch im Versmaße der Urschriften, übersetzt von Wilhelm Binder 1859. V. 539

Es ist nichts so schwer, wie mit einem Menschen in ein Schicksal verflochten zu sein, den man nicht genügend liebt!

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Diotima

Niemandem ist es je gelungen, die drei spinnenden Mädchen mit seinen Bitten zu erweichen: an dem einmal festgelegten Tag halten sie fest.

Martial, Epigramme, um 101 n. Chr. 4, 54. Übers. Internet Originaltext: Lanificas nulli tres exorare puellas contigit: observant quem statuere diem.