Schicksal Sprüche – gedanken

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Oft fühl ich jetzt, wie mein Vaterland meine frühsten Gedanken mit unvergänglichen Farben angehaucht hat, und sein Bild eine seltsame Andeutung meines Gemüts geworden ist, die ich immer mehr errate, je tiefer ich einsehe, daß Schicksal und Gemüt Namen Eines Begriffs sind.

Novalis, Heinrich von Ofterdingen, 1802 (posthum). Zweiter Teil: Die Erfüllung

Das, was jemand von sich selbst denkt, bestimmt sein Schicksal.

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Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

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Wo ich gerne bin, da darf ich nicht hin; Aber was ich nicht mag, das hab ich alle Tag.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Die Ohnmacht des Menschen in Mäßigung oder Hemmung der Affekte nenne ich Knechtschaft; denn der von seinen Affekten abhängige Mensch ist nicht Herr über sich selbst, sondern dem Schicksal untertan.

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Ist heimsuchen wirklich so viel als strafen oder ist es so viel als das Herz untersuchen? Wir müssen mehr Gebrauch machen von dem Wort heim, es ist sehr stark: heimreden, das ist die Seele, höchste Überzeugung bei Scham sie zu gestehen.

Lichtenberg, Sudelbuch E, 1775-1776. [E 275]

Der von seinen Affekten abhängige Mensch ist nicht Herr über sich selbst, sondern ein Sklave des Schicksals.

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Ich bin zerfallen in mir selbst. – Aus der Urne des Schicksals werden die Lose des Menschen gezogen; wenn ich den Buben beuteln könnt', der das meinige gezogen hat, – ich tät's.

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Ich bin eines Singenden Stimme in dunklen, tiefen Schächten, dort hört kein Ohr, ist alles echolos, bin ein irrendes Licht überm See in gespenstigen Nächten, ein Trugschein, der im Dunkel lischt: in einem feuchten Schoß. Ich bin ein treibendes Blatt in des Herbstes leeren Reichen, ich wirble hin, der Sturm läßt mich nicht ruhn. Ob ich hafte am Berg, ob versinke in grundlosen Teichen, das weiß ich nicht, mich kümmert's nicht – kann nichts dagegen tun.

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Der Mensch hält sein Schicksal für etwas Fremdes, weil ihm das innere Band verborgen ist. Aber die Seele enthält jedes Ereignis, das sie erleben wird, denn das Ereignis ist nur der Gedanke, der sich nach außen projiziert, und das, worum wir zu uns selbst beten, wird uns immer gewährt.

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Letzten Endes regieren doch Gedanken die Welt und in den stillsten Winkeln vollzieht sich das Schicksal.

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Eigenes Schicksal will eigenen Rat.

Mühsam, E., Gedichte. Aus: Versöhnung

Lächle nicht darüber, denn es ist wahr: Deine Gedanken, Worte und Werke werden in das ›Buch des Lebens‹ von keinem Andern als von dir selbst eingetragen.

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Der Mensch denkt – und Gott lenkt, und ehe man eine Hand umwendet, sind unsere Zustände und Wünsche anders, als wir es voraus dachten.

Eckermann, J. P., Briefe. An Goethe, 6. November 1830

Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Originaltext: Homo semper aliud, fortuna aliud cogitat

Es glaubt der Mensch, sein Leben zu leiten, sich selbst zu führen; und sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksale gezogen.

Goethe, Egmont, 1788. 5. Akt, Egmont zu Ferdinand

Der Geist zürnt dem Schickal, weil er den Erfolg anderer verabscheut und am eigenen verzweifelt.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 2. Kapitel. Übers. Internet Originaltext: Ex hac aversatione alienorum processuum et suorum desperatione obirascens fortunae animus