Schicksal Sprüche – klassisch

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Prüft das Geschick dich, weiß es wohl warum: Es wünschte dich enthaltsam! Folge stumm.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, Buch der Sprüche

Wer darf denn sagen, er stehe fest, wenn auch das Schöne seinem Schicksal so entgegenreift, wenn auch das Göttliche sich demütigen muß, und die Sterblichkeit mit allem Sterblichen teilen!

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Erstes Buch. Hyperion an Bellarmin

Selten tritt dem Weisen das Schicksal in den Weg.

Seneca, Von der Unerschütterlichkeit des Weisen oder Von der Stärke des Weisen (De Constantia Sapientis). 15. Kapitel. Übersetzt von J. M. Moser, 1828

Der Tor hat Angst vorm Schicksal, der Weise trägt es.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Originaltext: Stulti timent fortunam, sapientes ferunt

Wen ein großes Schicksal zugrunde richtet, ist klein, wen ein kleines vernichtet, der kann groß sein.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Das Schicksal Als von des Friedens heilgen Talen, Wo sich die Liebe Kränze wand, Hinüber zu den Göttermahlen Des goldnen Alters Zauber schwand, Als nun des Schicksals ehrne Rechte, Die große Meisterin, die Not, Dem übermächtigen Geschlechte Den langen, bittern Kampf gebot, Da sprang er aus der Mutter Wiege, Da fand er sie, die schöne Spur Zu seiner Tugend schwerem Siege, Der Sohn der heiligen Natur; Der hohen Geister höchste Gabe, Der Tugend Löwenkraft begann Im Siege, den ein Götterknabe Den Ungeheuern abgewann. Es kann die Lust der goldnen Ernte Im Sonnenbrande nur gedeihn; Und nur in seinem Blute lernte Der Kämpfer, frei und stolz zu sein; Triumph! Die Paradiese schwanden, Wie Flammen aus der Wolke Schoß, Wie Sonnen aus dem Chaos, wanden Aus Stürmen sich Heroen los. Der Not ist jede Lust entsprossen, Und unter Schmerzen nur gedeiht Das Liebste, was mein Herz genossen, Der holde Reiz der Menschlichkeit; So stieg, in tiefer Flut erzogen, Wohin kein sterblich Auge sah, Stillächelnd aus den schwarzen Wogen In stolzer Blüte Cypria. Durch Not vereiniget, beschwuren Vom Jugendtraume süß berauscht Den Todesbund die Dioskuren, Und Schwert und Lanze ward getauscht; In ihres Herzens Jubel eilten Sie, wie ein Adlerpaar, zum Streit, Wie Löwen ihre Beute, teilten Die Liebenden Unsterblichkeit. – Die Klagen lehrt die Not verachten, Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht Die Kraft der Jünglinge verschmachten, Gibt Mut der Brust, dem Geiste Licht; Der Greise Faust verjüngt sie wieder; Sie kömmt, wie Gottes Blitz, heran, Und trümmert Felsenberge nieder, Und wallt auf Riesen ihre Bahn. Mit ihrem heilgen Wetterschlage, Mit Unerbittlichkeit vollbringt Die Not an Einem großen Tage, Was kaum Jahrhunderten gelingt; Und wenn in ihren Ungewittern Selbst ein Elysium vergeht, Und Welten ihrem Donner zittern – Was groß und göttlich ist, besteht. – O du, Gespielin der Kolossen, O weise, zürnende Natur, Was je ein Riesenherz beschlossen, Es keimt' in deiner Schule nur. Wohl ist Arkadien entflohen; Des Lebens beßre Frucht gedeiht Durch sie, die Mutter der Heroen, Die eherne Notwendigkeit. – Für meines Lebens goldnen Morgen Sei Dank, o Pepromene, dir! Ein Saitenspiel und süße Sorgen Und Träum und Tränen gabst du mir; Die Flammen und die Stürme schonten Mein jugendlich Elysium, Und Ruh und stille Liebe thronten In meines Herzens Heiligtum. Es reife von des Mittags Flamme, Es reife nun vom Kampf und Schmerz Die Blüt am grenzenlosen Stamme, Wie Sprosse Gottes, dieses Herz! Beflügelt von dem Sturm, erschwinge Mein Geist des Lebens höchste Lust, Der Tugend Siegeslust verjünge Bei kargem Glücke mir die Brust! Im heiligsten der Stürme falle Zusammen meine Kerkerwand, Und herrlicher und freier walle Mein Geist ins unbekannte Land! Hier blutet oft der Adler Schwinge; Auch drüben warte Kampf und Schmerz! Bis an der Sonnen letzte ringe, Genährt vom Siege, dieses Herz.

Hölderlin, F., Gedichte

Die Würfel Gottes fallen immer richtig.

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Liebe das, was dir widerfährt und zugemessen ist; denn was könnte dir angemessener sein?

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,57. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Das Schicksal macht nie einen König matt, ehe es ihm Schach geboten.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [5]

Karma ist die ewige Bestätigung der menschlichen Freiheit... Unsere Gedanken, unsere Worte und Taten sind Fäden in einem Netz, das wir uns umhängen.

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Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Altes Testament. Der Psalter (#Ps 121,2)

Was dir die Zeit befiehlt, vollende mit Kraft und unverdrossnem Mut, und siehe, du sprichst zuletzt, am Ende: So wie es kam, so war es gut!

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Schaffe bis zum Höchsten! Wahre die Stille bis zum Völligsten! Alle Dinge mögen sich dann zugleich erheben. Ich schaue, wie sie sich wenden. Die Dinge in all ihrer Menge, ein jedes kehrt zurück zu seiner Wurzel. Rückkehr zur Wurzel heißt Stille. Stille heißt Wendung zum Schicksal. Wendung zum Schicksal heißt Ewigkeit. Erkenntnis der Ewigkeit heißt Klarheit. Erkennt man das Ewige nicht, so kommt man in Wirrnis und Sünde.

Laotse (Laozi), Tao Te King (Daodejing), entstanden um 400 v. Chr.

Der leh'r uns, daß eine Gottheit unsre Zwecke formt, wie wir sie auch entwerfen.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Was vorbestimmt ist "dein" zu sein, soll immer zu dir zurückkehren

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Dem beschiedenen Geschick kann niemand entfliehen, selbst ein Gott nicht.

Herodot, Historien. 1. Buch: Klio. Ausspruch der Pythia

Erflehe nichts: Aus vorbestimmtem Los vermag kein Sterblicher sich zu befreien.

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Schicksal ist der Wille von außen, Wille ist das Schicksal von innen. Weltwille ist die Ordnung der Natur.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Wenn der eine Gott uns heimsucht, kommt oft ein anderer uns zu Hilfe.

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Will das Schicksal Weise demütigen, so überrascht es sie gewöhnlich bei jenen kleinen Gelegenheiten, in denen man meist sorglos und wehrlos ist. Der begabteste Mensch der Welt kann es nicht verhindern, dass wirkliche Belanglosigkeiten furchtbares Unglück nach sich ziehen, und er verliert seinen Ruf oder sein Vermögen durch eine geringfügige Unbedachtsamkeit, wie ein anderer sich beim Aufundabgehen im Zimmer ein Bein bricht.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Gegenüber dem Schicksal stehen sogar die Götter machtlos.

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