Seele Sprüche – erfahrung
44 Sprüche gefunden
Der Frieden in allen Dingen, den lernet man allein in der wahren Abgeschiedenheit und Innigkeit. Wer ihn haben will, der soll und muß es da lernen; er muß es mit eingekehrtem Gemüt suchen und nirgend anders; hier ist er befestigt und bewurzelt.
Willst du, eignen Schmerz zu tragen, Dir den Busen kräftigen, Lerne, mit der Menschheit Fragen Edel dich beschäftigen: Wie die Seele sich erweitert, Wird dein Leben auch erheitert.
Wer immer der Seele seines Mitmenschen nützen und ihn durch Worte erbauen will, soll vor allen Dingen selbst besitzen, was er andere lehren will.
Kein anderer hat die Macht, eine rechte Seele, einen starken, kräftigen Willen umzuschaffen. Wo ein solches Hineingreifen in die heiligsten Menschenrechte vorkommt, da räumt die eigene Schwäche dem andern das Feld ein; denn was wir sind, das sind wir aus uns, durch uns selber, und niemand kann uns zu dem Werkzeuge seines Wollens machen, ohne unsere Zustimmung.
Wie wenig vermögen wir selbst die Vorgänge in unserem Seelenleben zu begreifen – und fassen sie verkehrt und ungeschickt auf, wie es einem fremden, unparteiischen Blicke gar nicht einmal möglich sein würde, und erst wenn hereinbrechende Katastrophen vorüber sind, erkennen wir, daß wir ihr Eintreten vorher gefühlt und gewußt haben.
Bei dem Gestalten seiner inneren Welt helfen dem einen die großen Baumeister aller Zeiten, dem andern die Schulmeister, dem dritten die Narren.
Wer keine große Seele hat, wird kein großes Kunstwerk erfassen.
Es sind oft kleine seelische Dinge, die für große Entwicklungen ausschlaggebend sind.
Die äußeren Erlebnisse sind nicht wesentlich für das, was sich in uns selbst entwickelt. Das Äußere lebt man, das Innere erlebt man.
Den Weg der inneren Arbeit gehen.
Wer seine Seele heilen will, soll über die Veränderung der kleinsten Gewohnheiten nachdenken. Mancher sagt zehnmal des Tages ein böses kaltes Wort an seine Umgebung und denkt sich wenig dabei, namentlich nicht, dass nach einigen Jahren er ein Gesetz der Gewohnheit über sich geschaffen hat, welches ihn nunmehr nötigt, zehnmal jedes Tages seine Umgebung zu verstimmen.
Wir können uns nicht selbst mit Vorsatz überraschen. Aber in dem, was unsere eigene Seele uns aus dem unbekannten Dunkel ihres Arbeitsraumes überreicht, erleben wir dieselbe Überraschung, als ob ein Fremder sie uns verbreitet hätte.
Eine Seele, die in der Jugend besudelt wird, kann man nicht wieder reinwaschen.
Die Seele sollte immer halb offen bleiben, bereit, die ekstatischen Erfahrungen willkommenzuheißen.
Alle seelischen Vorgänge laufen von vornherein auf ein Ziel der Erhöhung der Persönlichkeit los.
Man darf zwar die privatesten Dinge über andere Leute erfahren, aber nur voll Respekt vor dem ringenden, geschundenen Etwas, das jede Menschenseele ist, und im Geiste vornehmer, unterscheidender Anteilnahme.
Außer dir nur, was in dir!
Jeder Teil der Seele muß persönlich eingesehen haben, was er [der Heilige] eigentlich will, was er soll, worin seine Vollendung besteht, unerfahrene Wahrheiten erkennt er nicht an, und, um genug zu erleben, muß er sich vielem aussetzen.
Wir sehen im täglichen Leben oft, daß die Menschen ein verschieden langes inneres Leben führen. Der eine lebt äußerlich achtzig oder neunzig Jahre, und auch seine Seele bildet sich immer weiter; der andere lebt äußerlich ebensolange, aber seine Seele ist mit fünfzig, mit dreißig, mit fünfzehn, mit zehn Jahren stehengeblieben; nur Erfahrung, Ausdrucksweise und äußere Umgangsformen sind dem Alter seines Leibes entsprechend.
Das menschliche Seelenleben ist kein Sein, sondern ein Werden.
Gradgewachsene Seelenkrüppel.