Seele Sprüche – romantisch

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Mondnacht Es war, als hätt’ der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt'. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis’ die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.

Eichendorff, J., Gedichte. Ausgabe 1841 Geistliche Gedichte: Mondnacht

Die Seele ist nicht dort, wo sie lebt, sondern wo sie liebt.

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Der Hang und die Sehnsucht nach wahrer Freundschaft und Liebe [ist] doch nur ein Vorrecht zarter und innerlich gebildeter Seelen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 8. März 1825

Eine Seele, die durch die Augen zu sprechen vermag, kann auch mit Blicken küssen.

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Die Seele liebt ihren Leib und hält ihn für ein schönes Gewand und eine erfreuliche Zier.

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Die Seele, die Gott liebt, sucht keinen anderen Lohn für ihre Liebe als Gott selbst. Sucht sie aber einen anderen Lohn, dann liebt sie diesen Lohn, nicht aber Gott.

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Efeu und ein zärtlich Gemüt Heftet sich an und grünt und blüht. Kann es weder Stamm noch Mauer finden, Es muß verdorren, es muß verschwinden.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Sprichwörtliches

Seelenkranker! alle Rosen blühn, Warum bleibt dein Herz allein verdorrt, Sonne lockt und tausend Quellen sprühn, Warum ist bei dir umsonst ihr Mühn?

Hart (Hg.), Divan der persischen Poesie. Blütenlese aus der persischen Poesie, hg. von Julius Hart, 1887. Aus dem »Serre« (Sonnenstäubchen). Übersetzt von Heinrich Hart

Das Zentrum der Seele ist Gott. Wenn sie ihn liebt mit allen Fasern ihres Seins, mit der ganzen Kraft ihres Tuns und Wünschens, gelangt sie zu ihrer tiefsten Mitte.

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Seele: du bist eine Lust meiner Gottheit, ein Durst meiner Menschheit, ein Bach meiner Hitze.

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Ein vergiftet Gemüt saugt Gift aus den süßesten Blumen.

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Öffnet die Seele - dem Licht der Freude, Horcht! ihr ertönet des Hänflings Gesang. Atmet! sie duftet im Rosengestäude, Fühlet! sie säuselt am Bächlein entlang.

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Wenn das Bewußtsein der menschlichen Seele nichts Unangenehmes und nichts Böses im Menschen spürt, öffnet sich auch das Herz dieses Menschen der Freude, so wie sich die Blumen der Sonnenwärme öffnen.

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An nichts erkennt man besser die Gemütsart eines Menschen als am Wesen seines Geliebten.

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Ob nun aus Scham oder Selbstsucht, ein jeder verhehlt die besten und zartesten Empfindungen seiner Seele.

Flaubert, November (Novembre), 1842; deutsch von E. W. Fischer, Leipzig 1916

Und doch besitzt die Seele alles in allem die umarmende Liebe zu ihrem Leibe, mit dem sie am Werke ist.

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Jede Seele aber, die zu tief fühlt, ist ein Ballon, der in den Himmel steigen möchte, und der die Grenzen der Atmosphäre nicht überschreiten kann.

Tillier, Mein Onkel Benjamin (Mon oncle Benjamin), 1843

Die Schönheit des Körpers zieht an, die der Seele bindet.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Eine schöne Seele nennt man es, wenn sich das sittliche Gefühl aller Empfindungen des Menschen endlich bis zu dem Grad versichert hat, daß es dem Affekt die Leitung des Willens ohne Scheu überlassen darf und nie Gefahr läuft, mit den Entscheidungen desselben im Widerspruch zu stehen.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über Anmut und Würde, 1793

Es ist keine Seele so verhärtet, daß nicht ein weicher Punkt, eine echte Regung, eine süßklingende Saite in ihr schliefen; sie wird sich freilich oft dieses inneren Schatzes nicht bewußt, wenn die Erweckung von außen fehlt.

Marlitt, Das Geheimnis der alten Mamsell, 1868

Es gibt im Seelenleben des Menschen feine, liebliche Dinge, die so zart sind, dass sie zerstört werden, wenn man sie mit Worten berührt.

Pauly, Aphorismen, 1905