Sterben Sprüche – klassisch
68 Sprüche gefunden
Der Bettler scheidet ebenso schwer von seiner Armut, als der König von seiner Herrlichkeit.
Dem, der zu sterben wünscht, kann der Tod niemals fern sein.
Nach dem Naturinstinkte hingegen würde dem Menschen der Arzt der wichtigste Mann sein, weil dieser ihm sein Leben fristet, darauf allererst der Rechtserfahrene, der ihm das zufällige Seine zu erhalten verspricht, und nur zuletzt (fast nur, wenn es zum Sterben kommt), ob es zwar um die Seligkeit zu tun ist, der Geistliche gesucht werden: weil auch dieser selbst, so sehr er auch die Glückseligkeit der künftigen Welt preiset, doch, da er nichts von ihr vor sich sieht, sehnlich wünscht, von dem Arzt in diesem Jammertal immer noch einige Zeit erhalten zu werden.
Nicht alle, die Wohlgeboren sind[, sind] Wohlgestorben, oder im Reich der Toten Hochedelgestorbene.
Der Meister ist da und ruft dich.
Die Lieblinge der Götter sterben früh.
Radbot und Wolfram Herr Radbot vor der Taufe sprach: "Heil'ger Gottesmann, wo weilt der größte Haufe, der dieser Welt entrann?" Und Wolfram drauf: "Im Himmel ist noch für viele Raum, doch drunten das Gewimmel umfaßt der Hölle Raum." Da rief der arge Heide: "Dein Taufen acht ich klein; denn ich will, wenn ich scheide, beim größten Haufen sein."
Beim großen und letzten Gericht wird die Güte ebenso wichtig genommen wie der Geiz.
Das Licht ist nicht erloschen.
Notwendig ist im Augenblick des Todes ein unbesiegbarer Glaube voll höchster geistiger Gelassenheit.
Wer früher stirbt, ist länger tot.
Wenn einer alt geworden ist und das Seine getan hat, steht es ihm zu, sich mit der Stille des Todes zu befreunden.
Du, Herr, weißt deine Zeit. Mir ziemt nur stets bereit und fertig dazustehen und so hereinzugehen, daß alle Stund und Tage mein Herz ich zu dir trage.
So stirbt er allbekannt und kennt sich selber nicht.
Gesetz ist Sterben, nicht Strafe, Und von der Welt, die du siehst, wird es einst heißen: sie war.
Ich möchte, wenn ich sterbe, wie die lichten Gestirne schnell und unbewußt erbleichen, Erliegen möcht ich einst des Todes Streichen, Wie Sagen uns vom Pindaros berichten. Ich will ja nicht im Leben oder Dichten Den großen Unerreichlichen erreichen, Ich möcht, o Freund, ihm nur im Tode Gleichen; Doch höre nun die schönste der Geschichten! Er saß im Schauspiel, vom Gesang beweget, Und hatte, der ermüdet war, die Wangen Auf seines Lieblings schönes Knie geleget: Als nun der Chöre Melodien verklangen, Will wecken ihn, der ihn so sanft geheget, Doch zu den Göttern war er heimgegangen.
Wer vom Blitz getroffen wird, hört den Donner nicht.
Wer viele Zeugen bei seinem Tod hat, stirbt immer mutig.
Ich kenne eurer Weisheit bittern Kern, und doch-ich kann den Wahn nicht meiden. Ich lebe einmal für mein Leben gern und kann das Sterben auf den Tod nicht leiden.
Eine Maus fiel einst in einen unbedeckten Topf von Suppe. Schon vom Fett erstickt, sprach sterbend sie noch dies: "Gegessen hab ich und getrunken und genossen alle Lust. Jetzt ist die Zeit zum Tod."
Es ist nicht dasselbe, ob jemand lebt, um zu sterben, oder ob jemand stirbt, um zu leben. Der heidnische Philosoph hascht noch im Sterben nach Beifall; der Apostel stirbt ständig, um in die Herrlichkeit einzugehen.