Wahrheit Sprüche

Sprüche über Wahrheit

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Wir sind dazu geschaffen, die Wahrheit zu suchen, sie zu besitzen ist das Vorrecht einer höheren Macht.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)

Es ist Torheit, von unserem Geist die Fähigkeit zu erwarten, daß er beurteilen kann, was wahr und was falsch ist.

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Einige Wahrheiten liegen so nahe und sind so einleuchtend, daß man nur die Augen des Geistes zu öffnen braucht, um sie zu erkennen. Zu diesen rechne ich die wichtige Wahrheit, daß der ganze himmlische Chor und die Fülle der irdischen Objekte, mit einem Wort alle die Dinge, die das große Weltgebäude ausmachen, keine Subsistenz außerhalb des Geistes haben, daß ihr Sein ihr Perzipiertwerden oder Erkanntwerden ist, daß sie also, solange sie nicht wirklich durch mich erkannt sind oder in meinem Geist oder im Geist irgendeines anderen geschaffenen Wesens existieren, entweder überhaupt keine Existenz haben oder im Geist eines ewigen Wesens existieren müssen, da es etwas völlig Undenkbares ist und alle Verkehrtheit der Abstraktion in sich schließt, wenn irgendeinem ihrer Teile eine vom Geist unabhängige Existenz zugeschrieben wird.

Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis (A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge), 1710

Du möchtest die Wahrheit? Dann laß ab von Worten und Schweigen und lebe dein eigenes Zen.

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Sage die Wahrheit, aber dann renne!

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Entledige dich nur des Unwahren, und du wirst ganz von selbst die Wahrheit erkennen.

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Die Rede der Wahrheit ist an sich selber zwar schlecht, aber lebhaft und durchdringend, weil sie als eine Herzenserkundigerin gleichsam wie eine Axt oder Schwert alle künstlichen und subtilen Rednerschlüsse leicht auf einmal abschneiden und über den Haufen werfen kann.

Agrippa, Ungewissheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften (De incertitudine et vanitate scientarum et artium et de excellentia verbi dei), Erstdruck 1530

Das Schlimmste, das man der Wahrheit antun kann, ist, sie zu kennen und dennoch zu ignorieren.

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Es gibt Wahrheiten, die gelten weder für alle Menschen noch für alle Zeiten.

Voltaire, Briefe. An Kardinal Bernis

Laß durch nichts in der Welt dich binden als durch deine höchste innere Wahrheit.

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Sieh, wie hilflos die Seele da liegt, die noch nicht wurzelt in dem Felsengrund der Wahrheit!

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. IV, 14

Alle Wahrheit ist uralt. Der Reiz der Neuheit liegt nur in den Variationen des Ausdrucks.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Staatslehre

Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttlichste Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, daß das Wasser brennt und das Feuer löscht, daß ein Weib ohne Mann gebiert und daß ein Toter aufersteht; vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Kaspar Lavater, 9. August 1782

Ich nehme also an, alles, was ich wahrnehme, sei falsch; ich glaube, daß nichts von alledem jemals existiert habe, was mir mein trügerisches Gedächtnis vorführt. Ich habe überhaupt keine Sinne; Körper, Gestalt, Ausdehnung, Bewegung und Ort sind Chimären. Was soll da noch wahr sein? Vielleicht das Eine, daß es nichts Gewisses gibt.

Descartes, Meditationen über die Grundlagen der Philosophie (Meditationes de Prima Philosophia), 1641

Die Wahrheit, die wir brauchen, befreit uns vom Allbekannten und macht uns einfach und verwurzelt uns in der Wirklichkeit.

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Das Wahre ist eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbeizukommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 1. Heft, 1824

Die Wahrheit ist ewig sich selbst gleich; wo sie strahlt, ist es gewiß Tag, und je mehr der Mensch ihr in sich selbst Gewicht gibt, je mehr lebt er im Licht.

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Wenn du auch die Wahrheit in die Pfütze wirfst, sie wird davon noch reiner als zuvor.

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Pythagoras, als er seinen berühmten Lehrsatz gefunden hatte, opferte im Gefühl der dankbaren Freude dem Jupiter 100 Ochsen, und Kant, wenn er diese Geschichte erzählte, pflegte hinzuzusetzen: ›Und deshalb, meine Herren, zittern alle Ochsen, wenn eine neue Wahrheit gefunden wird.‹

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Um Wahrheit zu finden, mußt du ein Prinzip aller Wahrheit haben: setze es so hoch als du willst, es muß doch im Lande der Wahrheit liegen, im Lande, das du erst suchen willst. Wenn du aber alle Wahrheit durch dich selbst hervorbringst, wenn der letzte Punkt, an dem alle Realität hängt, das Ich ist, und dieses nur durch sich selbst und für sich selbst ist, so ist alle Wahrheit und alle Realität dir unmittelbar gegenwärtig. Du beschreibst, indem du dich selbst als Ich setzt, zugleich die ganze Sphäre der Wahrheit, der Wahrheit, die nur durch dich und für dich Wahrheit ist. Alles ist nur im Ich und für das Ich.

Schelling, Vom Ich als Prinzip der Philosophie oder über das Unbedingte im menschlichen Wissen, 1795

Wer die Bettdecke von der schlummernden Wahrheit wegzieht, den nennt man Ruhestörer.

Börne, Der Narr im weißen Schwan oder: Die deutschen Zeitungen (Fragment), 1829. 2. Kapitel