Wahrheit Sprüche – philosophisch

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Nichts ist so schön als das Wahre; das Wahre nur ist liebenswürdig.

Boileau, Episteln (Épitres), 1669-95

Ein wahrer Mensch spricht auch über einen Feind die Wahrheit.

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Spricht Pilatus zu ihm [Jesus]: Was ist Wahrheit?

Neues Testament. Das Evangelium nach Johannes (#Joh 18,38)

Entblößt muß ich die Wahrheit sehn.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Poesie des Lebens, 1798

Wirklich liegt alle Wahrheit und alle Weisheit zuletzt in der Anschauung.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte. Kapitel 7. Vom Verhältnis der anschauenden zur abstrakten Erkenntnis

Wie trivial ist doch der Satz, daß Große nicht die Wahrheit erfahren können – und wie ist er doch so wahr und so ewig neu – !

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Zufällige Geschichtswahrheiten können der Beweis von notwendigen Vernunftswahrheiten nie werden.

Lessing, Über den Beweis des Geistes und der Kraft, 1777

Man hat sich schon so lange über die Leute aufgehalten, die ein unerklärbares inneres Licht zum Leitstern ihres Glaubens und Lebens machen; man hat sie in Schimpf und Ernste bestritten, zu Boden gespottet und zu Boden raisonniert: und dennoch haben unleugbar alle Menschen etwas, das die Stelle eines solchen innern Lichts vertritt, und das ist – das innige Bewußtsein dessen, was wir fühlen. Unter allen Kennzeichen der Wahrheit ist dies unleugbar das sicherste; vorausgesetzt, daß ein Mensch überhaupt gesund und des Unterschieds seiner Empfindungen und Einbildungen sich bewußt ist.

Wieland, Was ist Wahrheit? (Aufsatz), 1778

Nur das Echte ist wahr und das Wahre echt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wer ganz gerichtet ist auf eine einseitige Betrachtung der Erscheinungswelt wird durch diese Einseitigkeit der wissenschaftlichen Bildung geblendet. Er erkennt nicht mehr, daß nicht die Erscheinungen selbst die Wahrheit sind, sondern das hinter ihnen liegende Leben; solches Wissen wird dann zu einem Halbwissen, weil es von der Erkenntnis der höchsten Wahrheit, des Ewigen, abführt.

Schaible (Hg.), Geistige Waffen. Ein Aphorismen-Lexikon, 1901

Das Erste, was ein aufrichtiges Gemüt aus der Betrachtung alter Fabel und Sage lernen kann, ist, daß hinter ihnen kein eitler Grund, keine Erdichtung, sondern wahrhafte Dichtung liegt.

Grimm, Gedanken über Mythos, Epos und Geschichte, in: Deutsches Museum. Januarheft, Camesinasche Buchhandlung, Wien 1813

Wahrheit, praktisch: ein Maximum sich beschränkender Einsichten.

Lauterbach, Aegineten. Gedanke und Spruch, 1891

Wie? Wäre Wahrheit besser befleckt, als umgebracht?

Lauterbach, Aegineten. Gedanke und Spruch, 1891

Nur beim freiesten Kampfe der Meinungen ist der Sieg der Wahrheit gesichert.

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Mit dem besten Willen der Treuherzigkeit kann kein Mensch über sich selbst die Wahrheit sagen.

Heine, Geständnisse, 1854

Die Wahrheit soll wie die Sonne nicht zu hell sein: sonst flüchten die Menschen in die Nacht und machen es dunkel.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Sommer 1878

Nur die Wahrheit trägt den Sieg davon; der Sieg der Wahrheit ist die Liebe.

Augustinus, Predigten (Sermones). 358.1

Wahrheit ist etwas sehr Relatives, weil es immer darauf ankommt, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet.

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Ich möchte nicht wissen, wieviel Prozent an der Wahrheit unwahr sind.

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Meine Schuld ist die des Spiegels vor dem ich mich ausziehe um die Wahrheit zu sehen.

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Die Wahrheit hat mehr Menschen zu Feinden gemacht, als die unverschämteste Lüge.

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