Wahrheit Sprüche – weisheit

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Man darf ganz allgemein erstaunt sein, dass der Wahrheitsdrang der Menschen soviel stärker ist, als man für gewöhnlich einschätzt.

Freud, Zur Psychopathologie des Alltagslebens, 1904

Wahrhaftigkeit in Aussagen, die man nicht umgehen kann, ist formale Pflicht des Menschen gegen jeden.

Kant, Über ein vermeintes Recht, aus Menschenliebe zu lügen, 1797

Wo sich viele Wahrheiten treffen, da liegt die Wahrheit.

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Die tiefste und neuste Wahrheit, die heute das Gehirn eines Weisen gebar, hat morgen ihren Stand auf der Zungenspitze jedes Toren und muß sich gefallen lassen, was Witz ohne Urteil aus ihr macht.

Ludwig (Hg.), Gedanken Otto Ludwigs. Aus seinem Nachlaß ausgewählt und hg. von Cordelia Ludwig, Leipzig 1903

Die Wahrheit aber wissen wir nicht ohne Erkenntnis der Ursache.

Aristoteles, Metaphysik, entstanden zwischen 348 und 322 v. Chr., Erstdruck 1498. 993b (II, 1.) Übersetzt von Hermann Bonitz (1890)

Die Wahrheit ist von Ewigkeit. Aber die Zeitlichkeit ist nicht außer der Ewigkeit. Und so ist die ewige Wahrheit wirksam in der Zeit. Die Ewigkeit erhält die Wahrheit in der Zeit, indem sie den Atem anhält. Und so erleben wir, immer wieder, die Wahrheit im Augenblick von Ewigkeit.

Schaukal, Vom unsichtbaren Königreich, 1910

Wahrheit war die Botschaft, die alle großen Männer an die Menschheit zu verkündigen hatten; Wahrheit, Verhältnis der Dinge unter einander und zu uns.

Forster, Cook, der Entdecker, entstanden 1787, Erstdruck in: Kleine Schriften, 1. Teil, Berlin 1789

Nicht jeder kann die Wahrheit sehn, aber sein.

Kafka, Oktavhefte. Drittes Heft, 1916

Es gibt eine Anschauung vom Leben, welche meint, daß da, wo die Menge ist, auch die Wahrheit sei, daß es der Wahrheit selber ein Bedürfnis sei, die Menge für sich zu haben.

Kierkegaard, Tagebücher. 1846

Man verwechselt oft die Wahrheit mit der Formlosigkeit und glaubt, namentlich im gesellschaftlichen Verkehr, sich gelegentlich eine kleine Oekonomie der Wahrheit gestatten zu dürfen, um nur ja nicht plump und formlos zu erscheinen.

Amyntor, Für und über die deutschen Frauen, 1883. Originaltext

Sie geben, ach! nicht immer Glut, Der Wahrheit helle Strahlen. Wohl denen, die des Wissens Gut Nicht mit dem Herzen zahlen!

Schiller, F., Gedichte. Aus: Licht und Wärme, Erstdruck 1797

Laß mich dir so erzählen, wie ich es heute vermag, Ereignisse, Menschen, Gespräche so wiedergeben, wie sie in mir lebendig sind, durch ein langes Leben nicht verwaschen, sondern … von allen entfernenden Nebeln erlöst. Laß mich dir das Vergangene als Wahrheit geben, meine Wahrheit, … und wenn diese Wahrheit der Wirklichkeit nicht immer entsprechen [sollte] …, so darf ich wohl sagen, daß meine Wahrheit auch Wirklichkeit ist, Wirklichkeit in einem höhern, aus der Kenntnis innerer Zusammenhänge geschöpften Verstand.

Waser, Wir Narren von gestern, 1922

Ist Wahrheit das, was für alle gilt, – oder das, was für alle zu gelten hat?

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Es ist nicht mehr als ein moralisches Vorurteil, dass Wahrheit mehr wert ist als Schein; es ist sogar die schlechtest bewiesene Annahme, die es in der Welt gibt.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Zweites Hauptstück. Der freie Geist

Wahrheit muß es doch wohl geben. Wir hätten sie nicht erfunden.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Die Wahrheit ist einfach und natürlich; das große Geheimnis ist, sie zu finden.

Souvré/Sablé, Maximes et Pensées Diverses, imprimé chez Sebastien Mabre-Cramoisy, Paris 1678. Originaltext: La verité est simple et naturelle: le grand secret est de la trouver.

Nichts ist so sicher, dass es sich offenbare wie die Wahrheit, denn sie wartet auf nichts anderes, als dass sie erkannt werde.

Thoreau, Herbst. Aus dem Tagebuch von Henry David Thoreau, hg. von H. G. O. Blake, übersetzt von Bertha Engler, Büchergilde Gutenberg, Zürich o.J. [1945]. 12. Dezember 1840

Eine übertriebene Wahrheit ist keine Wahrheit mehr.

Grimm, Paris zündet die Lichter an. Literarische Korrespondenz (Correspondance littéraire, philosophique et critique), hg. von Kurt Schnelle, übersetzt von Herbert Kühn, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung 1977. 15.7.1755. Originaltext

Die Nichtachtung des Gegenwärtigen und Augenblicklichen liegt in der Art des philosophischen Betrachtens. Er [der Philosoph] hat die Wahrheit; mag das Rad der Zeit rollen, wohin es will, nie wird es der Wahrheit entfliehen können.

Nietzsche, Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern, 1872. Über das Pathos der Wahrheit

Die Menschheit hat von mir etwas gelernt, was sie nie vergessen wird, und ich habe den Schleier der Wahrheit weiter gelüftet, als irgend ein Sterblicher vor mir. – Aber den will ich sehn, der sich rühmen kann, eine elendere Zeitgenossenschaft gehabt zu haben als ich?

Schopenhauer, A., Nachlass. Spicilegia (1845)

Es gibt menschliche Grundwahrheiten, zu denen das Leben früher oder später immer wieder zurückkehrt. Darum dürfen wir keine Eile haben, wir müssen warten können.

Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hg. von Eberhard Bethge, Evangelische Buchgemeinde, Stuttgart 1951