Weisheit Sprüche – zitat

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Es scheint aber, ihr Athener, in der Tat der Gott weise zu sein und mit diesem Orakel dies zu sagen, daß die menschliche Weisheit sehr weniges nur wert ist oder gar nichts, und offenbar nicht dies vom Sokrates zu sagen, sondern nur mich zum Beispiel erwählend, sich meines Namens zu bedienen, wie wenn er sagte: »Unter euch, ihr Menschen, ist der der Weiseste, der wie Sokrates einsieht, daß er in der Tat nichts wert ist, was die Weisheit anbelangt.«

Platon, Apologie des Sokrates, entstanden um 395 v. Chr. 23a+b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Nachdem ein Ding geschehen ist, sind alle Graben voll Weisheit.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Der Weise fragt nicht, ob man ihn auch ehrt; Nur er allein bestimmt sich seinen Werth.

Seume, J. G., Gedichte. Aus: Einem Kleinmüthigen. Originaltext

Auch pflegte er zu sagen: Wären alle Weisen Israels in einer Waagschale und Eliezer, des Hyrkanos Sohn in der anderen, dann würde er sie alle aufwiegen. Und Abba Saul sagte in seinem Namen: Wären alle Weisen Israels in einer Waagschale und Eliezer, Sohn des Hyrkanos, noch dazu, und wäre Rabbi Eleazar, in der anderen, dann würde er sie alle aufwiegen.

Sprüche der Väter, altjüdisches Schrifttum außerhalb des Kanons der Bibel

Die Weisheit der meisten Gelehrten beschränkt sich auf das, was andere gedacht und gesagt haben.

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Weise Menschen sagen die dümmsten Dinge; dumme Menschen tun sie.

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Man findet tausend Gelehrte, bis man auf einen weisen Mann stößt.

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So lange man schweigt, kann man für weise gelten, aber wenn man spricht, ist's lauter Weisheit selten.

al-Hariri, Makamen, deutsche Nachdichtung von Friedrich Rückert (Die Verwandlungen des Abu Seid von Serûg oder die Makâmen des Hariri, in freier Nachbildung; Teil 1 1826, 2. vervollständigte Auflage 1837). Vorwort

Ich bin die, die »die Weisheit« genannt wird und das Unrecht. Ich bin das Reden, das nicht erreichbar ist. Ich bin der Name der Stimme und die Stimme des Namens.

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Die zwei Weisesten der Menschen, Sokrates und Christus, schrieben keine Zeile.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Über Bücher

Der Menge gefallen heißt den Weisen missfallen.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Über die Erziehung der Kinder, Kapitel 9

Denn wenig Gutes hört man in den Schulen Von Weisen, die um Gunst der Mächtigen buhlen: Doch stehn mit goldner Schrift im Buch der Ehren Die Fürsten, die befolgten weise Lehren.

Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys, 1874. Fünftes Buch: Morgenländische Gestalten und Geschichten

Wenn Dich jemand will Weisheit lehren, so siehe in sein Angesicht. Dünket er sich noch; und sei er noch so gelehrt und noch so berühmt, laß ihn und gehe seiner Kundschaft müßig. Was einer nicht hat, das kann er auch nicht geben.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Wenn ich nicht Alexander wäre, so würde ich Diogenes sein.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Vom Glück oder von der Tapferkeit Alexanders. Übersetzt von Joh. Friedr. Sal. Kaltwasser

Die Weisen sagen selten, dies ist nicht möglich; häufiger sagen sie: ich weiß nicht.

Rousseau, Briefe vom Berge (Lettres ecrites de la montagne), 1764. Dritter Brief

Aus der freien Narrheit der Individuen kann für den Staat große Weisheit gedeihen.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Sokrates Dich erklärte der Pythia Mund für den weisesten Griechen. Wohl! Der Weiseste mag oft der Beschwerlichste sein.

Schiller, F., Gedichte. Xenien und Votivtafeln aus dem Nachlass

Des Menschen Weisheit reicht nur so weit, wie seine Bücher reichen.

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Der Satz, dass alles Gescheite schon gesagt worden sei, beweist vor allem die Notwendigkeit, dass es immer von Neuem gesagt werden muss.

Garin, Dulcamara. Harmlose und unmaßgebliche Gedanken über Gott, über die Welt, Religion und Philosophie, Kunst und Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und vieles Andere, 1896

Ich weiß nicht mehr, wer es sagte: „Die Weisheit schützt uns vor manchem Übel – und vor vielen Annehmlichkeiten.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Ein Spruch aus Volkes Mund tut uns oft große Weisheit kund.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80