Zeit Sprüche – abschied

18 Sprüche gefunden

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Wenn ich morgens früh erwache und die Sonne untergeht, weiß ich, selbst wenn ich mich beeile, komme ich sowieso zu spät.

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Der Dichter Du entfernst dich von mir, du Stunde. Wunden schlägt mir dein Flügelschlag. Allein: was soll ich mit meinem Munde? Mit meiner Nacht? Mit meinem Tag? Ich habe keine Geliebte, kein Haus, Keine Stelle, auf der ich lebe. Alle Dinge, an die ich mich gebe, Werden reich und geben mich aus.

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Seid mir nur nicht gar so traurig, Daß die schöne Zeit entflieht, Daß die Welle kühl und schaurig Uns in ihre Wirbel zieht; Daß des Herzens süße Regung, Daß der Liebe Hochgenuß, Jene himmlische Bewegung, Sich zur Ruh begeben muß. Laßt uns lieben, singen, trinken, Und wir pfeifen auf die Zeit; Selbst ein leises Augenwinken Zuckt durch alle Ewigkeit.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Mein Haus sagte zu mir: „Verlass mich nicht, denn hier wohnt deine Vergangenheit.“ Dann sagte die Straße zu mir: „Komm, folge mir, ich bin deine Zukunft.“ Da sagte ich zu beiden, meinem Haus und der Straße: „Weder habe ich Vergangenheit noch Zukunft. Denn wenn ich hier bleibe, ist ein Gehen in meinem Verweilen, und wenn ich gehe, ist ein Verweilen in meinem Gehen. Es sind nur Liebe und Tod, die die Dinge ändern.“

Gibran, Sand und Schaum. Aphorismen (Sand and Foam), 1926, übersetzt von Hans-Josef Fritschi, Books on Demand 2018

Verloren… Gestern, irgendwo zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, zwei goldene Stunden verloren, jede bestückt mit 60 diamantenen Minuten. Keine Belohnung ausgesetzt, denn sie sind fort für immer.

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Wenn ich frage bei den Sternen Nach der Zeit, und wo sie steht, Seh ich sie, die weitergeht, Von den Sternen sich entfernen.

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Denke daran, daß die Zeit Unglück und Glück verschlingt. Trachte nach Loslösung von allem.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Wanderlust Die Zeit, sie orgelt emsig weiter, Sein Liedchen singt dir jeder Tag, Vermischt mit Tönen, die nicht heiter, Wo keiner was von hören mag. Sie klingen fort. Und mit den Jahren Wird draus ein voller Singverein. Es ist, um aus der Haut zu fahren. Du möchtest gern wo anders sein. Nun gut. Du mußt ja doch verreisen. So fülle denn den Wanderschlauch. Vielleicht vernimmst du neue Weisen, Und Hühneraugen kriegst du auch.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909

Die keine Zügel zurückhemmet, die Tage, entfliehn.

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Sie geh'n dahin und werden angerechnet.

Inschrift. Alte Uhreninschrift

Wer von seinem Freunde nicht Offenheit ertragen will, wird sie einmal, ausgedrückt durch Worte des Hasses, von seinem Feinde ertragen müssen.

Leixner, Der Weg zum Selbst, 1905

Denn nach dem Tode zieht die Zeit sich aus dem Körper zurück, und die schon so gleichgültig gewordenen, blassen Erinnerungen sind nun von der, die nicht mehr ist, fortgewischt und werden es bald auch von dem sein, den sie noch immer quälen, in dem aber endlich auch sie einmal sterben werden, wenn das Verlangen nach einem lebendigen Leib sie nicht mehr unterhält.

Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu), 7 Bde., Erstdruck 1913-27

Es ist eine Ferne, die war, von der wir kommen. Es ist eine Ferne, die sein wird, zu der wir wandern.

Kyber, Die drei Lichter der kleinen Veronika. Roman einer Kinderseele in dieser und jener Welt, 1929

Wann letztendlich werden wir sagen ›bis wann‹?

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…hast du die flüchtige Stunde versäumt, Mit Tränen wirst du es büßen.

Prutz, Aus goldenen Tagen, 1861

Abend II Was wünscht die Seele? Tod zu spenden oder Sich dem Abend preiszugeben, wie das Rohr Dem Wind die schwanken Rispen preisgibt: schlanke Rehe Schmiegen sie sich. Nieder auf sie Sinkt im Dämmern Furcht.

Krzyzanowski, Unser täglich Gift. Gedichte, 1919

Befreie dich für dich selbst und erlange und bewahre für dich die Zeit, die dir bisher offen geraubt oder heimlich gestohlen wurde oder aber einfach verloren gegangen ist.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 1. Brief. Übers. Internet Originaltext: Vindica te tibi, et tempus quod adhuc aut auferebatur aut subripiebatur aut excidebat collige et serva

Schon hat die Zeit ihm die Lasten des Kummers erleichtert.

Seneca, Thyestes. V. 305. Übers. Internet Originaltext: Iam tempus illi fecit aerumnas leves