Zeit Sprüche – neuanfang

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Jeder Sekundenschlag Reißt uns dem Sterbebette näher.

Hölty, L., Gedichte. Aus: Der rechte Gebrauch des Lebens, 1775

Das Jahrhundert ist vorgerückt; jeder Einzelne aber fängt doch von vorne an.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft

Das Jahr geht weiter, und ehe man sichs versieht, ist für die Tulpen, die man im Herbst nicht gesetzt hat, die Zeit gekommen nicht zu blühen.

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Die Zeit heilt Schmerzen und Streitigkeiten, weil der Mensch sich ändert: weder der Beleidigte noch der Beleidiger bleiben, was sie einmal waren.

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Die Jahre drehn sich wie ein Rad – der Frühling bleibt nur eine kurze Weile.

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Es blitzt ein Tropfen Morgentau Im Strahl des Sonnenlichts; Ein Tag kann eine Perle sein Und ein Jahrhundert nichts.

Keller, G., Gedichte. Sonnwende und Entsagen. Aus: Die Zeit geht nicht

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.

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Die neue Zeit braucht nicht mehr Titel und Pergamente, sie braucht frische Tat und Kraft.

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Wir leben in einer Zeit, wo vieles zugrunde geht; aber gerade deshalb muß anderes neu entstehen.

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Die beste Zeit ist immer der nächste Augenblick.

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Wenn ein Zeitalter reif für einen Wechsel ist, kann keine menschliche Macht diesen Wechsel verhindern.

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Das eine Zeitalter schlägt Blasen, das nächste läßt sie platzen.

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Jede Zeit hat nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch ihre eigene Ansicht von der früheren Geschichte. Die Vergangenheit hat in jedem Jahrhundert einen neuen Sinn.

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Der Tag nimmt seinen Lauf, ob du aufstehst oder nicht.

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Im Herzen tragen wir die Zeit, mag auch das Jahr verrinnen, denn alle tiefe Ewigkeit ist Enden und Beginnen.

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Jetzt kommen noch die sieben magern Jahr – nacha hört die guate Zeit auf.

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Solange ich jung war, waren die Tage im Überfluss vorhanden, wie billige Ware oder eine Handvoll Bonbons – so sorglos ging ich mit ihnen um. Jetzt ist mein Vorrat geschrumpft und ihr Wert gestiegen. Im Gold der Morgendämmerung wird jeder neue Tag zu einem kostbaren Gut. Plötzlich gehe ich mit meiner Zeit ungewohnt sparsam um und empfinde die Stunden wie Liebende den Augenblick. Eine ganze Woche ist ein neues Glück, und jeder einzelne Tag hat sein Gewicht und seine Bedeutung.

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Zwischen Pflügen und Ernten kann viel geschehen.

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Eine schwere Zeit ist wie ein dunkles Tor. Trittst du hindurch, trittst du gestärkt hervor.

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Die Zeiger der Uhr drehen sich nur vorwärts, nicht zurück.

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Leichter ist eine Zeit zu schaffen als umzuschaffen, leichter sie umzuschaffen, als eine alternde zu verjüngen. Ist es etwas Erfreuliches, durch mühsame Heilkunst und lästige Lebensordnung ein hinfälliges Dasein zu fristen? Der denkende Baumeister hilft einem baufälligen Gebäude zu schneller Zerstörung, nur daß er es während dem Niederreißen stützt, damit herabfallende Balken nicht beschädigen.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [280]