Zeit Sprüche – zukunft

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Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden.

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Mein Erbteil wie herrlich, weit und breit! Die Zeit ist mein Besitz, mein Acker ist die Zeit.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814 - 1819. Buch der Sprüche

Arm in Arm mit dir, so ford'r ich mein Jahrhundert in die Schranken.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 1. Akt, 9. Auftritt, Don Carlos

Es wär' ein eitel und vergeblich Wagen, Zu fallen ins bewegte Rad der Zeit.

Schiller, F., Gedichte. Aus: An Goethe, 1800

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Komme, was kommen mag; Die Stund' und Zeit durchläuft den rauhsten Tag.

Shakespeare, Macbeth, Erstdruck 1623, hier übersetzt von Dorothea Tieck, Berlin 1832. 1. Aufzug, 3. Szene, Macbeth

Einszweidrei, im Sauseschritt Läuft die Zeit; wir laufen mit. –

Busch, Bildergeschichten. Julchen, 1877

Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still und zage nicht, die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Hartnäckig weiter fließt die Zeit, die Zukunft wird Vergangenheit. Aus einem großen Reservoir ins andre rieselt Jahr um Jahr.

Busch, Bildergeschichten. Maler Klecksel, 1884

Laßt uns lieben, singen, trinken, Und wir pfeifen auf die Zeit; Selbst ein leises Augenwinken Zuckt durch alle Ewigkeit.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874. Aus: Seid mir nur nicht gar so traurig

Es ist ein weißes Pergament Die Zeit, und jeder schreibt Mit seinem besten Blut darauf, Bis ihn der Strom vertreibt.

Keller, G., Gedichte. Aus der Brieftasche. Aus: Die Zeit geht nicht, 1849

Ich messe die Zeit … Aber ich messe nicht die Zukunft, denn diese ist ja noch nicht, ich messe auch nicht die Gegenwart, denn sie hat keine Ausdehnung im Raume [heißt: 'keine zeitliche Ausdehnung'], ich messe auch nicht die Vergangenheit, denn sie ist nicht mehr. Was also messe ich? Etwa vorübergehende, nicht vorübergegangene Zeiten?

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. XI, 26. Aus dem Lateinischen übers. von Dr. Alfred Hofmann (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 18; Augustinus Band VII) München 1914

Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, daß es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. XI, 14

Personen sind es, welche die Geschichte machen. Wie es zugeht, daß der rechte Mann zur rechten Zeit erscheint, wird uns Sterblichen immer ein Rätsel sein: die Zeit bildet das Genie, aber sie schafft es nicht.

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Nein, nicht gering ist die Zeit, die uns zu Gebote steht; wir lassen nur viel davon verloren gehen.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 1. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Non exiguum temporis habemus, sed multum perdidimus

Wer vermag seine Zeit klar zu durchschauen? Wer sieht, wohin sie treibt, fühlt, woher der Wind weht? Selbst die Hellsten haben nur Ahnungen und Mutmaßungen. Das Genie schlägt die rechte Richtung ein, ohne sich dessen klar bewusst zu sein, von der ihm innewohnenden, rätselhaften Kraft getrieben.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

An Menschenhoffnung kehrt die Zeit sich nimmermehr, sie eilt von hinnen, nur bedacht auf ihre Flucht.

Euripides, Der rasende Herakles (auch: Der Wahnsinn des Herakles), zwischen 422 und 414 v. Chr.

So fließt alles dahin wie der Fluß ohne Aufhalten Tag und Nacht!

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Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unseren Herzen eingeschlossen.

Dostojewski, Das Dorf Stepantschikowo und seine Bewohner, 1859

Vor Kant waren wir in der Zeit; jetzt ist die Zeit in uns.

Schopenhauer, A., Nachlass. Foliant II (1827)

So lange wir jung sind, mag man uns sagen, was man will, halten wir das Leben für endlos und gehen danach mit der Zeit um. Je älter wir werden, desto mehr ökonomisieren wir unsere Zeit. Denn im späteren Alter erregt jeder verlebte Tag eine Empfindung, welche der verwandt ist, die bei jedem Schritt ein zum Hochgericht geführter Delinquent hat.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter