In toller Verkehrtheit des Begriffes »Glück« jagen Völker, jagt fast die Menschheit in zitternder Hast nach der Wechselmarter: Erwerben und Verzehren, indes ihm sein einziges Glück aus den Händen fällt.
Was mich betrifft, ich bin stolz auf meine Liebe, und sei sie auch töricht und hoffnungslos – sie ist meinem Herzen doch ein guter Geist, sie veredelt und erhebt mich – und seit ich weiß, daß du mich liebest, seitdem ist mir, als wäre ich ein besserer Mensch geworden: Ich bin großmütiger und sanfter, und so mancher tolle Einfall, zu dem mich sonst mein lebhaftes Temperament verführt hätte, unterbleibt jetzt, ich achte und liebe mich jetzt selber mehr, weil du mich liebst, und in mein Leben sind Ordnung und Zweck gekommen. Aber auch so notwendig ist mir diese Liebe geworden, daß ich mich ohne derselben gar nicht denken kann.
Alles was auf Erden besteht, beruht auf Ehre und Treue, wer heut' die alte Pflicht verrät, verrät morgen auch die neue. Jede Gabe ist ein Geschenk Gottes, der Charakter aber ein Produkt der eigenen Seele, weshalb Gaben entzücken, Charaktere aber geliebt werden. Denn nur der ist reich, der geliebt wird und lieben darf.
Die Liebe ist ein schöner Engel, aber oft ein schöner Todesengel für das gläubige, betrogene Herz.
Abschied Nun sind sie vorüber, jene Stunden, Die der Himmel unsrer Liebe gab, Schöne Kränze haben sie gebunden, Manche Wonne floß mit ihnen ab. Was der Augenblick geboren, Schlang der Augenblick hinab, Aber ewig bleibt es unverloren, Was das Herz dem Herzen gab.
Liebe verbricht nichts [...], sondern nur der Haß – und Liebe vergilt nicht, sondern nur die Gerechtigkeit.
Wie hat Gott den Menschen beglückt, dass er ihm gab, Liebe empfinden und Liebe schenken zu können! Aber was sage ich dem Menschen? Die ganze Welt ist auf Liebe gebaut, ein Meer von Liebe ist alles.
Das Leben ist ein unabsehbares Feld, wenn man es von vorn ansieht. Und es ist kaum zwei Spannen lang, wenn man am Ende zurückschaut.
… denn darin besteht das Leben der Welt, daß ein Streben und Erringen und darum ein Wandel ist …
Jedes Leben ist ein neues, und was der Jüngling fühlt und tut, ist ihm zum ersten Male auf der Welt ... – denn jeder wirkt sich das Wunder seines Lebens aufs neue.
Das Leben ist eine lange, lange Brücke, wenn man davor steht; ist man hinüber, so sind es nur Querbäumchen, über die man gegangen.
Das Beste, was ein Mensch für einen andern tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist.
Es regnet viele Tropfen, ehe man Einsicht gewinnt, und Jahre vergehen, ehe man weise wird.
Auf der Familie ruht die Kunst, die Wissenschaft, der menschliche Fortschritt, der Staat.
Die Familie ist die natürlichste, festeste und innigste Körperschaft. Aus ihr, wenn sie gut ist, geht die höchste Würde des menschlichen Geschlechtes und die größte Vollkommenheit der Staatsform hervor.