Charles Baudelaire (1821–1867)

37 Sprüche Romantik

Die Arbeit: eine fortschreitende und anhäufende Kraft, die Zinsen trägt wie das Kapital, sowohl hinsichtlich der Fähigkeiten als auch der Ergebnisse.

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Alles geschieht nur nach und nach.

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Man kann die Zeit nur vergessen, indem man sich ihrer bedient.

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O Schmerz! O Schmerz! Die Zeit verschlingt all unser Leben.

Baudelaire, Gedichte. Die Blumen des Bösen (Les fleurs du mal), 1857-66. Nach der Übers. von Wolf v. Kalckreuth, Insel-Verlag, Leipzig 1907. Originaltext der Übersetzung

Jeder Gedanke ist durch sich selbst mit unsterblichem Leben begabt, wie ein lebendiges Wesen.

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Selbst wenn Gott nicht existierte, blieben die Religionen etwas Göttliches.

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Selbst wenn es keinen Gott gäbe, die Religion wäre dennoch heilig und göttlich.

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Der Traum eines Neugierigen Kennst du wie ich die lockendsüßen Leiden, Und nennt man einen Sonderling auch dich? Ich lag im Tod. – Begier und Furcht, die beiden Vermischten sich im Herzen wunderlich. Nur Angst und Hoffnung, nichts von Groll und Streiten. Je mehr der Sand der schlimmen Uhr entwich, Fühlt' ich's nur süßer, herber mich durchgleiten, Und von der Welt riss meine Seele sich. Und harrte wie ein Kind, von Gier erfüllt. Den Vorhang hassend, der das Wunder hüllt. Der Vorhang stieg: ein kalter Strahl des Lichts – Und eisiger Schauder durch das Herz mir kroch: Kein Wunder kam, tot war ich, – weiter nichts? Der Vorhang stieg, ich warte immer noch.

Baudelaire, Gedichte. Die Blumen des Bösen (Les fleurs du mal), 1857-66

Da die Kirche die Liebe nicht unterdrücken konnte, hat sie sie zumindest desinfizieren wollen, und darum die Ehe geschaffen.

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Was die Geliebte uns lieber macht, ist die Ausschweifung mit anderen Frauen.

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Ein Hafen ist ein reizvoller Aufenthalt für eine im Lebenskampf erschöpfte Seele.

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Ein leidenschaftliches Konkubinat kann einen Begriff von den Wonnen einer jungen Ehe vermitteln.

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Man sagt, ich sei dreißig Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten in einer gelebet habe – bin ich dann nicht neunzig Jahre alt?

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Gott ist das einzige Wesen, das um zu herrschen, nicht selbst zu existieren braucht.

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Man kann ein Mann von Geist sein und in Gott den Komplizen und den Freund suchen, die einem immer fehlen. Gott ist der ewige Vertraute in diesem Trauerspiel, dessen Held jeder Einzelne ist.

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Gott ist ein Ärgernis – ein Ärgernis, das etwas einbringt.

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