Religion ist die Poesie der unpoetischen Menschen.
Schatten sind des Lebens Güter, Schatten seiner Freuden Schar, Schatten, Worte, Wünsche, Taten; Die Gedanken sind nur wahr. Und die Liebe, die du fühlest, Und das Gute, das du tust. Und kein Wachen, als im Schlafe, Wenn du einst im Grabe ruhst.
Willst du mit den Kinderhänden In des Schicksals Speichen greifen? Seines Donnerwagens Lauf Hält kein sterblich Wesen auf.
Ein Menschenschicksal, ach! es ist so wenig! Ein Menschenschicksal, ach! es ist so viel!
Der Mann bracht' es auf siebzig gar; Das heißt: von seinem siebenten Jahr Hat all sein Wirken von Kind bis jetzt Nur eine Null ihm zugesetzt.
Wenn die Menschen von Gott reden, so kommen sie mir vor wie Lichtenbergs Kahlenberger Bauern, die, wenn ein Messer fehlt, dafür ein Stück Holz in die Scheide stecken, damit diese nicht leer sei.
Unser Gott ist ein greifbares Faktum. Wir nehmen vorerst den Darm als Abstraktum Und stopfen demnächst von dem wirklichen Schwein So Fleisch als Fett und Blut hinein. So füllt sich die Leere, wird straff und stet, Das schlotternde Absolute konkret.
Die Weiber, die Kinder, die Tiroler und die Pfaffen Wollen uns ein neues Gottesreich erschaffen, Doch der Gott in ihrem Gottesreich Sieht Weibern, Kindern, Pfaffen und Tirolern gleich.
Wenn ihr aus der Geschichte Gott studiert, Ist die Aussicht eine geringe, Studiert aus ihr nur, wie sich's gebührt, Die menschlichen Dinge. Denn im Verstehn von Gottes Art Sind wir und bleiben Kinder, Er straft vor allem die Dummen hart, Die Schlechten minder.
Der Mensch fiel von Gott ab, die Sterne nicht, Drum ist in Sternen Wahrheit, im Gestein, In Pflanze, Tier und Baum, im Menschen nicht. Und wer's verstünde still zu sein wie sie, Gelehrig fromm, den eignen Willen meisternd, Ein aufgespannhtes, demutsvolles Ohr, Ihm würde leicht ein Wort der Wahrheit kund, Das durch die Welten geht aus Gottes Mund.
Man kann den Charakter eines Menschen nie besser kennen lernen, als an seinem Krankenbette, sowie die Gesinnungen während seines Rausches.
An eine Dame aus Kärnten Aus dem Adel deiner Züge Leuchtet Wahrheit kennbar weit, Die stets gleiche Heiterkeit Ist wohl deine einzge Lüge.