Gegenwärtiger und vergangener Zustand Glücke kennt man nicht, drinne man geboren; Glücke kennt man erst, wann man es verloren.
Schnelles Glück hat schnelle Fahrten.
Wo Liebe kümmt ins Haus, Da zeucht die Klugheit auß.
Mässig und geschäfftig leben Heist: der Liebe Gifft eingeben.
Die Liebe Was ist die Lieb? es ist die Lust zu dem, das uns gefellt; Das macht, daß mancher mit der Magd mehr als der Frau es helt.
Ein Narr liebt den, der ihn nicht wieder lieben wil.
Die Liebe Nenne mir den weiten Mantel, drunter alles sich verstecket: Liebe thuts, die alle Mängel gerne hüllt und fleissig decket.
Jugend und Alter Jugend liebt und wird geliebt; Alter liebt und wird verlacht; Liebe nimmt so leichte nicht Liebe, die nicht Liebe macht.
Die Liebe Liebe darff nicht lernen mahlen, weil sie nicht die Farbe kennt, Weil sie blaues oft für rothes und für weisses schwartzes nennt.
Bittre Liebe Lieben ist ein süsses Leiden, Wenns nicht bitter wird durch scheiden. Bittres wil ich dennoch leiden, Daß ich Süsses nicht darff meiden.
Ein Freund Weistu, wer ein guter Freund würcklich ist und billich heist? Der sich, wann du ihn nicht sihst, deinem Namen Freund erweist.
Die Freundschafft, die der Wein gemacht, Würckt, wie der Wein, nur eine Nacht.
Alten Freund für neuen wandeln Heist: für Früchte Blumen handeln.
Freunde Was sind ietzt gute Freunde? Sie sind vermumte Feinde; Wann von mir weicht mein Glücke, So blöst sich ihre Tücke.
Freunde Freunde pflegt man zu erwehlen Nur nach wägen, nicht nach zehlen.
Freundschafft Wo Nutz sich nicht erzeigt, wo kein Gewinn sich weist, Ist Freundschafft nicht daheim, ist über Land gereist.
Durch mühen, nicht durch schmeicheln Redlich wil ich lieber schwitzen, Als die Heuchler-Banck besitzen. Besser harte Fäuste strecken, Als von fremdem Schweisse lecken. Besser was mit Noth erwerben, Als gut leben, furchtsam sterben.
Das Beste der Welt Weistu, was in dieser Welt Mir am meisten wolgefällt? Daß die Zeit sich selbst verzehret, Und die Welt nicht ewig währet.
Flüchtige Zeit Wer die Zeit verklagen wil, daß so zeitlich sie verraucht, Der verklage sich nur selbst, daß er sie nicht zeitlich braucht.
Hoffnung wird manchmal geacht Als ein Traum bey dem, der wacht.
Leben und Tod In dem Leben wohnet Sterben; in dem Sterben wohnet Leben; Lasse dir das Sterben lieben du, dem Leben nur ist eben!