Der Sonnen und deß Menschen Untergang Untergehn und nicht vergehn Ist der Sonnen Eigenschafft. Durch des Schöpffers Will und Krafft Stirbt der Mensch zum Aufferstehn.
Wer nicht eh stirbt, als er stirbt, Der vertirbt, wann er vertirbt.
Der Todt Wann wir auß dieser Welt durch sterben uns begeben, So lassen wir den Ort; wir lassen nicht das Leben.
Auff Mummium Es theilet Mumm sein Reich mit seinem lieben Weibe; Tags liegt sie ihm im Haar, Nachts er ihr auff dem Leibe.
Die Alten Die Welt ist alten Leuten gram und ehrt sie kaum mit einem Blicke, Das macht: die Alten kummen drauff und weisen andren ihre Tücke.
Weisheit der Alten Nimmt unser Leib erst ab, nimmt der Verstand recht zu: Die Seele, scheint es, hat mehr vor dem Leibe Ruh.
Das krancke Alter Weil Alter eine Kranckheit ist, so kan man dem vergeben, Der uns den Tod hat angewüntscht und nicht ein langes Leben.
Steuer Wenn so offt an Gott man dächte, Als man an die Steuer denckt, Wär uns, glaub ich, längst zu rechte Fried und Ruh von Gott geschenckt.
Warheit Stinckend Kees und Warheit Liegt bey Höfen abseit.
Bloße Warheit Die Warheit ist ein Weib, das zwar kein Laster kennt; Doch weil sie nackt und bloß, so wird sie sehr geschändt.
Deß Krieges Buchstaben Kummer, der das Marck verzehret, Raub, der Hab und Gut verheret, Jammer, der den Sinn verkehret, Elend, das den Leib beschweret, Grausamkeit, die unrecht fehret: Sind die Frucht, die Krieg gewehret.
Beharren Der Ofen wärmt die Stube, thut solches unbereut, Ob gleich ein alte Mutter die Hinter-Stirn ihm beut. Wer recht geht, gehe weiter und frage nichts darnach, Ob Hasser oder Spötter braucht List, Verleumdung, Schmach.
Fremde Tracht Alamode-Kleider, Alamode-Sinnen; Wie sichs wandelt aussen, wandelt sichs auch innen.