Glaubst du, das Dasein hänge von der Zeit ab? Das tut es freilich; – aber Handlungen sind unsere Epochen.
Freundschaft ist Liebe ohne Flügel.
Murre nicht beim Abfall deiner Freunde; Sobald der erste Sturm kommt, fallen auch die Blätter.
So ist ein Weib der beste Freund, den's gibt, falls ihr sie nicht geliebt habt oder liebt.
Freundschaft geht oft in Liebe über, aber Liebe nie in Freundschaft.
Freundschaft ist ein gefährliches Wort für junge Damen; es ist die flügge gewordene Liebe, die nur einen sonnigen Tag zum Ausflug erwartet.
O du, mein frühster Freund, vor allen wert, Trost meines Herzens, dem kein Trost mehr lacht! Wenn nun mein Tag auf ewig dich entbehrt, So gönne mir dein Bild im Traum der Nacht! Und wenn, zu neuem Leben dann entfacht, Der Morgen die geheimen Tränen weckt, Dann hält an deiner Gruft die Sehnsucht Wacht, Bis Staub auch meinen armen Staub bedeckt Und zum Beweinen still der Weinende sich streckt.
Hiob besaß zwei Freunde in der Not Ist einer schon genug; bei rauhem Wetter Ist Freundschaft meist ein trauriger Pilot, Ein Arzt, der teuer ist und selten Retter.
Hiob besaß zwei Freunde; in der Not Ist einer schon genug; bei rauhem Wetter Ist Freundschaft meist ein trauriger Pilot, Ein Arzt, der theuer ist und selten Retter. Murr' nicht, wenn deine Freund' abfallen! droht Der erste Sturm, so fallen auch die Blätter. Wann sich dein Schicksal aufhellt, nun, dann wandre Zum Kaffeehaus' und nimm dir einfach andre.
Oft am wildesten fliehen die Gedanken gerade dann, wenn sie in stiller Ordnung sich sammeln sollten.
Zu sterben ist so schwer nicht, alter Mann.
Mein Buch ist voll, gezählt sind meine Tage.
Ruhm, Weisheit, Lieb und Macht war mein, Und frische Jugendsinne; Mir gab die Rebe roten Wein, Die Schönheit süße Minne. Am Sonnenlicht der Liebe schmolz Das Herz in tiefen Wonnen; Ich hatt' in königlichem Stolz Das Köstlichste gewonnen. Ich zähl', ob nicht in alter Zeit Ein Tag vorüberschwebte, Den ich um alle Herrlichkeit noch einmal gern erlebte. Wo war der Tag, wo war die Nacht Die ohne Gift beglückte? Wo war ein Kleinod meiner Macht Das mich nicht blutig drückte? Die Schlang' im Felde kann die List Des Zauberkund'gen zähmen, Sie aber, die am Herzen frißt, Wird nie ein Zauber lähmen. Sie lauscht dem Spruch der Weisheit nicht, Kein Lied wird sie verjagen; Da drinnen nistet sie und sticht, – Das Herz muß sie ertragen.
Alter spült Fort Geistes Glut, wie's Kraft der Glieder bannt; Und Lebens Zauberbecher funkelt nur am Rand.
Kein Mittelalter ist so grauenvoll Wie Mittelalter deiner Lebensfrist; Wann du dahinschwankst zwischen weis' und toll, Bist du - ich weiß es kaum, was du dann bist.