Jacob Burckhardt (1818–1897)

28 Sprüche Romantik

Es empört [bei der Betrachtung von Religionskriegen], daß irgend eine Wahrheit (oder was uns dafür gilt) sich nur durch äußere Gewalt solle Bahn machen können, und daß sie, wenn diese nicht genügt, unterdrückt wird.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

Wir sind aber nicht eingeweiht in die Zwecke der ewigen Weisheit und kennen sie nicht.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). I. Einleitung. 1. Unsere Aufgabe

Das Wahre und Gute ist mannigfach zeitlich gefärbt und bedingt; auch z. B. das Gewissen ist zeitlich bedingt; aber die Hingebung, zumal die mit Gefahren und Opfern verbundene, an das zeitlich bedingte Wahre und Gute ist etwas unbedingt Herrliches.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). I. Einleitung. 1. Unsere Aufgabe

Weder Seele noch Gehirn der Menschen haben in historischen Zeiten erweislich zugenommen, die Fähigkeiten jedenfalls waren längst komplett.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

Der Charakter ist für den Menschen viel entscheidender als Reichtum des Geistes.

Burckhardt, J., Briefe. An Albert Brenner, 21. Februar 1856

Der hat den Kopf über dem Nebel.

Burckhardt, J., Briefe. An Preen über Constantin Frantz, 17. März 1872

Schicksale von Völkern und Staaten, Richtungen von ganzen Zivilisationen können daran hangen, daß ein außerordentlicher Mensch gewisse Seelenspannungen und Anstrengungen ersten Ranges in gewissen Zeiten aushalten könne.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)