Jean Paul (1763–1825)

304 Sprüche Klassik

Unter den Menschen und Borsdorferäpfeln sind nicht die glatten die besten, sondern die rauhen mit einigen Warzen.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Zweites Heftlein. 25. Hundposttag

Sich selber Wort halten schwerer als andern.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 1799

Ein Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen, und anstürmende scheitern.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Vorrede zur zweiten Auflage

Allerdings, Freund, taugen die Menschen und die Gurken nichts, sobald sie reif sind.

Jean Paul, Flegeljahre, 4 Bde., 1804-1805. Viertes Bändchen. Nr. 64. Mondmilch vom Pilatusberg

Feinheit des Ausdrucks ist verschieden von Feinheit der Gesinnung.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Man schreibt sich leichter falsche Vorzüge zu, als man seine wahren errät.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Jenner 1797

Der Mensch kann nicht eher wissen, wie gut er ist, als bis einmal sein halbes Glück von einer großen Sünde abhing.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Durch Veränderungen formt sich ein starker Charakter, ein schwacher durch die Stabilität.

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Der Genius wird nur vom Genius gefasset; die edle Natur nur von ihresgleichen.

Jean Paul, Komischer Anhang zum Titan, 1800-1801. I. Einladungs-Zirkulare an ein neues kritisches Unter-Fraisgericht über Philosophen und Dichter. Art. 3

Sei künftig auf der Lebensreise, Wie hier in diesem Buch Die vollgeschrieb'nen Blätter, weise, Doch berg' es vor der Menge klug, Durch Thaten nur, nicht durch Sentenzen, Such' mild wie Mondenlicht zu glänzen, Moral'sche Schwätzer gibt's genug!

Album- und Gedenksprüche. Eine Aehrenlese, C. Daberkow's Verlag, Wien 1893