Johann Jakob Mohr (1824–1886)

52 Sprüche Romantik

Was hat denn das Volk von seinen Göttern, wenn es sich nicht ihretwegen prügeln darf?

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Hat Gott einmal etwas in Bewegung gesetzt, so muss es auch der Teufel weiter schieben.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Den möcht’ ich sehen, der auf dem Wege zu dem Tempel der Wahrheit wandelt und nicht von Schelmen und Wegelagerern attackiert wird.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Die Wahrheit, die uns eine edle Freundin wäre, ruft man nur in der Not, wie etwa den Arzt zu Hilfe, um ihr so bald als möglich wieder den Abschied zu geben.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Verstand und Gemüt schämen sich immer voreinander.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Über Angelegenheiten, die unser Inneres in Anspruch nehmen, sollten wir nicht mit anderen reden: denn uns ist es dabei ernst, den andern nicht.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Der Verstand ist nicht seltner der Feind des Gemüts, wie das Gemüt der Feind des Charakters.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Der Charakter eines Menschen lässt sich weniger daraus erkennen, was er wünscht, als wie er es wünscht.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Es muss einer schon fest im Ton sein, um nicht in die Melodie zu verfallen, die die andern pfeifen.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Das nur ist eine kraftvolle Zeit, in der das Handeln aus dem Charakter hervorgeht; totgeschlagen haben sich die Menschen immer.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)