Nachruf
Einem Freund kann man alles sagen. Ein Freund weiß, wie es einem zumute ist. Ein Freund geht ehrlich mit einem um. Ein Freund holt einen wieder auf den Boden, wenn man abgehoben hat. Ein Freund ist da, wenn man ihn braucht. Ein Freund will keinen Dank für seine Hilfe. Ein Freund ist der, auf den Verlass ist.
Als wir das erste Mal vor Ihnen saßen, waren wir ohne Aussicht. Sie lehrten uns, daß im Leben mit viel Willen und Einsatz alles möglich ist. Aus Buben machten Sie Persönlichkeiten und ebneten uns den Weg in die Zukunft.
Es ist an der Zeit zu gehen, ich bin da. Ich bin am Ziel meiner Tage. Manchmal ist eine Gehen wie eine Erlösung aus einem Gebrechen.
Was für den einen Erlösung, bedeutet für den anderen Schmerz und unersetzlichen Verlust.
Oh hätt' ich doch gewußt, wie und wohin, ich wäre froh gewesen bis zuletzt, so kam mir nur noch Ruhe in den Sinn, und diese Ruhe hab' ich endlich jetzt.
So wie der Wind den Sand verweht, so ist auch unser Leben. Wir wirbeln hoch, wir fallen tief – wem ist das Glück gegeben? Doch deine Seele fliegt weit fort, unendlich zu den Sternen, befreit von aller Erdenlast in weite, weite Fernen.
Ich gehe langsam aus der Welt heraus in eine Landschaft jenseits aller Ferne, und was ich war und bin und was ich bleibe, geht mit mir ohne Ungeduld und Eile in ein bisher nicht betretenes Land.
Nun ist es Abend, nun ist es genug. Jetzt birg mich, Herr, in deine Hände. Es war so schwer, als ich mich selber trug. nun trägst du mich in Liebe und ohne Ende.
Ganz leise spüren wir dich in unseren Herzen. Dann geht es uns gut. So wie es uns gut ging, als dein Lachen uns wärmte.
Immer für alle dagewesen. Immer das Beste gewollt. Immer das Beste gegeben. Wir haben heute das Beste verloren.
Als Gott sah, daß der Weg zu lang, der Hügel zu steil, das Atmen zu schwer wurde, legte er seinen Arm um dich und sprach: "Komm heim."
Gott schaute in seinen Garten und sah einen freien Platz. Dann schaute er zur Erde hinunter und sah dein müdes Gesicht. Er sah dein Leiden, er sah deine Schmerzen. Er sah, daß dein Weg schwer wurde, daß er zu schwer war, weiter zu gehen. Er schloß deine müden Augen und schenkte dir seinen Frieden. Er legte seinen Arm um deine Schultern und hob dich empor zur Ruhe.
Während meines Lebens hätte ich nie daran gedacht, daß man so schön und einfach vom Leben scheiden kann und plötzlich nicht mehr krankhaft am Leben hängt. Die Unwissenheit über den Tod ist die Ursache dafür, daß wir so sehr am Leben hängen…
Der Mensch wird zu Erde. Der Name wird zu Rauch. Das Ende wird Staub und Asche sein.