Ein ungestörtes Glück verlangen, Heißt Mondeslicht mit Netzen fangen, Den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln Und Rosen fordern von den Nesseln.
Keine Insel ist von so vielen Klippen und Untiefen umgeben wie die des Glücks. Nur Ruhe steuert hindurch.
Wer echten Glücks ist wert, Der strebt nicht erst nach Glück, Er hat ja schon davon Das allergrößte Stück.
Der Begriff »Glück« hängt mit keinem »Ding« unlösbar zusammen.
In jedem Aug', in dem die Liebe glüht, ist auch die Blume Schönheit aufgeblüht.
Männer und Frauen, die zuviel geliebt worden sind, verlieren oft die Fähigkeit, selber zu lieben.
Ein Herz, das nichts zu lieben hat, Wird allgemach erkalten – Bleibt unbelastet der Magnet, Kann bald er nichts mehr halten.
Von niemandem geliebt zu sein, großes Leid! Niemanden lieben können: Tod mitten im Leben.
Liebe, und handle aus Liebe, dann gibt es für dich keinen Winter des Gemüts.
Manche Menschen sind so beschaffen, daß sie nicht lieben können, ohne die Geliebten durch Launen zu quälen. Diese Eigenschaft scheint sich sogar mit den Jahren zu vergrößern und wird weder durch Widerstand noch durch Nachgiebigkeit vermindert. Gewöhnlich deutet sie auf eine innere Friedlosigkeit hin.
Das geistige Wesen der Liebe offenbart sich am klarsten darin, daß wir mit leidenschaftlicher Innigkeit Menschen umfassen können, die wir niemals gesehen haben, und glücklich sein können in solcher Seelenliebe.
Liebe zu entbehren – tiefes Leid; keine Liebe erweisen zu können: das tiefste.
Kennt ihr der starken Liebe heiße Flammen, Die in das Herz vom Himmel stürzen nieder, Zum Himmel auf die Herzen reißen wieder? Ihr kennt sie nicht und wollt sie doch verdammen! Was diese Gluten einten, hält zusammen; Ein Gott, der mit dem Zucken seiner Lider Die Erde schüttert, kann's nicht trennen wieder, Denn ewig lohen solcher Liebe Flammen. Sie trotzt dem kalten Spott der Herzensarmen, Die nur für sich vermögen zu erwarmen, Sie schreitet selig auf den trübsten Wegen, In eigner Brust des Himmels reichsten Segen, Sie lacht des Elends und sie lacht der Noth, Sie trotzt der Welt, der Hölle und dem Tod.
Nichts macht so reich wie reine Liebe, nichts ärmer als eine solche, die nur Glut, aber nicht Wärme zu bieten vermag.
Aus einer tiefen Liebe, die beseligt und quält zugleich, entfaltet sich oft das reinste Glück einer unzertrennlichen Herzens- und Geisteseinheit. Sie ist der himmlische Lohn für schmerzliches Verzichten. Aber nur starke Herzen können ihn erringen.
Allen Kräften des Gemüts ruft die Zeit unbarmherzig ein hartes »Genug« zu. Nur einer nicht: der Kraft, zu lieben.
Nach einer Erkenntnis können wir wohl streben, aber sie erreichen ist uns versagt. Voll besitzen können wir aber eins: die Liebe.
Auch ohne Gegenliebe zu lieben ist Stärke beim Weibe und Schwächlichkeit beim Mann.
Nicht die Liebe, die wir empfangen, macht das Herz warm, sondern jene, die wir geben.
Woher – Wohin? Woher, wohin denn unser wirres Sein? Aus Dir hinaus, o Mensch, in Dich hinein!
Nicht vor dem Tode, nur vor dem Leben sollte man sich fürchten, denn nur dieses kann die Seele töten.