Ovid
Gut hat der sein Leben geführt, der sich gut verborgen hat.
Auch allzulang gelebt zu haben, schadet.
Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend Schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen, Und in die Weite der Welt geht nichts – das glaubt mir – verloren; Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden Heißt nur anders als sonst anfangen zu sein, und Vergehen Nichts mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet, Dieses vielleicht dorthin: im Ganzen ist alles beständig.
Eine breite Menge mißt Freundschaften an ihrem Nutzen.
So lange du glücklich bist, wirst du viele Freunde zählen; Sind die Zeiten bewölkt, wirst du allein sein.
Wen du für treu hältst, den fliehe, dann bist du gedeckt. Nimm dich vor Brüdern in acht, vor Verwandten und trauten Genossen: Dies ist die Schar, aus der wirkliche Furcht dir erwächst.
Das Ende krönt das Werk.
Früchte, die dir entkommen wollen, pflücke mit schneller Hand!
Nutze die Zeit: sie entgleitet dir schnell mit stürmischen Schritten, keine, die folgt, ist so gut, wie es die frühere war.
Die Zeit gleitet dahin, wir altern unmerklich in den Jahren und die Tage entfliehen, da kein Zügel sie zurückhält.
Nichts ist schneller als die Jahre.
Hoffen und Harren Macht manchen zum Narren.
Es ist die Hoffnung, die den schiffbrüchigen Matrosen mitten im Meer veranlaßt, mit seinen Armen zu rudern, obwohl kein Land in Sicht ist.
Entferne die Hoffnung aus dem Herzen des Menschen und du machst ihn zum wilden Tier.
Die Realität hilft mir nicht immer, aber die Hoffnung.
Hoffnung, welcher Art auch immer, besteht zu Recht, wenn sie auf Verdienst fußt.