Die größte Lebenslüge vieler Menschen ist die, dass sie zu leben meinen.
Auch des Lebens Strom fließt schneller, wenn er abwärts geht.
Du lebst dahin, die Tage weben Zu Jahren sich, du merkst es kaum; Doch was du lebst, ist’s auch ein Leben? Ist’s nur des Alltags Wellenschaum?
Mancher hat das Leben eine Wüste genannt – wegen der Öde, die er in ihm fand, oder wegen der Kamele, die ihm begegneten?
Das Leben könnte viel heitrer sein, wenn die Menschen es ernster nehmen wollten.
Wenn man anfängt, das Leben zu verstehen, versteht es uns nicht mehr.
Manches Leben ward zum Stoppelfeld, ohne daß es Ähren trug.
Auch in der Schule des Lebens gibt es trotzige Jungen, und auch hier leisten sie oft das Beste.
Das Leben ist der beste Prediger; aber auch diesen hören viele nur gewohnheitsmäßig.
Das Leben hätte genug Wegweiser, wenn die Menschen sie zu lesen verstünden.
Es gibt Menschen, die ihr Leben nur als eine Benefizvorstellung für sich betrachten.
Mancher bekommt einen Orden als Abendstern seines Lebens.
„Des lieben Gottes Hofschauspieler“ So nannte einst Freund Heine sie, Der gut sie kannte, die Franzosen, Und ihres Wesens Was und Wie. Des lieben Gottes Hofschauspieler – Sind wir’s im Grund nicht alle eben? Wir reißen uns um uns’re Rollen, Und nur ein „Stück“ ist unser Leben!
Werallestief nehmen will, wird im Meer des Lebens bald auf Sand oder Klippen sitzen.
Auf dem Maskenball des Lebens demaskiert sich mancher erst in der Todesstunde.
Manche haben es im Leben zu nichts gebracht als zum Sterben.
Viele Menschen gehen sicher und unangefochten durchs Leben, weil sie keinen Blick für seine Abgründe haben.