Es gibt keine neuen Gedanken, nur neue Menschen, die die vergessenen wieder denken.
Gedanken sind schneller als Worte, und doch eilen diese oft jenen voraus.
Wenn der Vater zu streng und die Mutter zu schwach, Wird das Kind ein Schlingel so allgemach.
Ein Ton aus unserer Jugendzeit wird oft zur Dominante für das ganze Leben.
Die Alten möchten die Jungen immer klüger machen, als sie selber ehedem waren; sie vergessen aber, dass auch sie sich damals genau ebenso klüger dünkten als die ihnen ratenden Alten.
Nur der erzieht seine Kinder gut, der dabei merkt, dass sie in manchem ihn erziehen.
Mancher hätte in der Schule des Lebens nicht so viel durchzumachen, wenn er die Schule seiner Jugend besser durchgemacht hätte.
Das goldene Glück der Ehe kann sich mancher nur geprägt vorstellen.
Stürmisch wogte manche Liebe Wie die Brandung an dem Strand, Doch gemach dann in der Ehe Lief das Schifflein auf den Sand.
Wo die Ehe zum Schlachtfeld wird, fehlen auch die Hyänen nicht.
Manche Ehe war ein Idyll, bis ein schlechter Souffleur sie zum Drama machte.
Man zetert über manchen, der seine Haushälterin zur Frau macht; von denen, die ihre Frau zur Haushälterin machen, sagt man nichts.
Des Weibes größtes Opfer ist es, einem Gatten für ein verfehltes Leben noch dankbar sein zu müssen.
Der erste Kuss, Der erste Verdruss Wie brennen die zwei! Und – 's bleibt nicht dabei!
Der morsche Stamm des Alters ergrünt noch einmal umrankt von dem Efeu der Erinnerung.
Manche Runzel in altem Gesicht ist ein Strombett versiegter Tränen.