Glück ist ein Duft, den niemand verströmen kann, ohne selbst eine Brise abzubekommen.
Keine Liebe kann durch Treueschwur oder Bündnisse vor einer höheren Liebe gesichert werden.
Es gibt im übrigen nichts, was die Gestalt, das Verhalten und den Charakter eines Menschen so verschönert und veredelt wie das Bestreben, Liebe auszustrahlen und Freude um sich zu verbreiten.
Im Strömen der Liebe, in der Verehrung der Demut stellt sich die Frage der Dauer überhaupt nicht. Kein inspirierter Mensch fragt je danach oder läßt sich herab, Beweise zu führen.
Ich weiß, wie köstlich der Liebestrank ist, dieses: ich lebe für dich, du lebst für mich; aber es ist die Anhänglichkeit eines Kindes für sein Spielzeug, ein Versuch, Kamin und Brautgemach zu verewigen, an dem Bilderalphabet festzuhalten, das unseren ersten Leseunterricht angenehm begleitete.
Es gibt so wenig ein Übermaß an Liebe, wie es ein Übermaß an Wissen und Schönheit gibt.
Was ist Liebe, und warum ist sie das größte Gut: weil sie eine übermächtige Begeisterung ist, niemals zurückhaltend und besonnen, ganz Verschwendung? Sie ist ein wundersames sicheres Wissen, allem anderen Vorwitz überlegen: Alle Kenntnis ist nur ein Abgeleitetes von ihr, eine Abzahlung. In der Liebe ist der Einzelne nicht länger sein eigener alberner Lehrmeister, süße Himmelsluft atmet er ein. Er ist eingehüllt in die Ehrfurcht vor der Wirklichkeit und mischt sie mit dem, was wahrhaft und allein gut ist. Er lauscht auf alle Weissagungen der Natur mit zitternder Luft. Und wenn wir aufrichtig miteinander sprechen - wer ist da der Unglückliche? Doch nur, wer die Liebe nicht hat.
Welche Bücher werden von den Leihbibliotheken am meisten verliehen? Mit welcher glühenden Teilnahme lesen wir diese Liebesromane, wenn die Geschichte nur mit einem Funken von Wahrheit und Natürlichkeit erzählt ist! Und was fesselt im Getriebe des Lebens die Aufmerksamkeit wie irgendein Vorgang, woraus die Liebe zweier Menschen spricht? Vielleicht sahen wir sie nie vorher und werden ihnen niemals wieder begegnen. Aber wir sehen sie einen schnellen Blick austauschen oder eine tiefe Bewegung verraten, und wir sind uns nicht länger fremd. Wir verstehen sie und nehmen das wärmste Interesse an der Entwicklung des Romans. Die ganze Menschheit liebt einen Liebenden.
Die Liebe erweitert das Gefühl: sie läßt den Rüpel sich anständig benehmen und gibt dem Feigling Mut. Dem jämmerlichsten und verworfensten Menschen flößt sie den Mut ein, herzhaft der Welt zu trotzen, wenn ihm nur die Unterstützung des geliebten Gegenstandes zuteil wird. Indem die Liebe ihn einem anderen gibt, gibt sie ihm noch mehr: sich selber. Er ist ein neuer Mensch mit neuen Wahrnehmungen, mit einem neuen und eifrigeren Streben, mit einer religiösen Feierlichkeit des Charakters und Wollens. Er gehört nicht länger nur seiner Familie und der Gesellschaft an; er ist etwas; er ist eine Persönlichkeit; er ist eine Seele.
So werden wir zu einer Liebe herangebildet und erzogen, die weder aufs Geschlecht noch auf die Person sieht, die keine Parteilichkeit kennt, sondern überall nur Tugend und Weisheit sucht, um überall Tugend und Weisheit zu mehren.
Nur die Vermehrung der Liebe unter den Menschen kann die bestehende gesellschaftliche Einrichtung verändern.
Die Liebe wird dieser müden, alten Welt, in der wir als Heiden und Feinde untereinander leben, ein neues Aussehen verleihen; sie wird die Herzen derart erwärmen, daß wir es sehen werden, wie leicht und rasch die eitle Diplomatie der Staatsmänner, Armee und Flotte und die Festungslinien von einem wehrlosen Kinde überwunden werden.
Ein tiefer Mensch glaubt an Wunder und ist ihrer gewärtig, glaubt an Magie, glaubt, dass der Redner seinen Gegner vernichten kann, glaubt, dass der böse Blick verzaubern kann, glaubt, dass der Segensspruch, der aus dem Herzen kommt, heilen kann, dass Liebe unser Können erweitert und alle Hindernisse besiegt.
Mein Leben ist wie ein Spiel im Frühling. Ich will so leben, wie es mir gefällt: ich will mit euren steifen Sitten und matten Bräuchen nichts zu tun haben. Blau ist der Himmel, grün die Wiese und Flur, frisch die Quellen, heiter die Flüsse, und von herrlicher Gastlichkeit sind Sonne und Sterne. Ich will mein Spiel zu Ende spielen.
Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht die ausgestreckte Hand, das freundliche Lächeln oder der menschliche Kontakt, sondern das erhebende Gefühl, jemanden zu haben, der an einen glaubt und einem sein Vertrauen schenkt.