Robert Hamerling (1830–1889)

26 Sprüche Romantik

Doch, was man Ehe nennt, was ist's zumeist? Hier Zwietracht, Haß und off'ne Fehde, hier Gleichgültigkeit und schnöde Langeweile, Die gähnend und verdrossen sitzt am kalt Geword'nen Liebesmahl – hier totgehetzte Mannheit, zusammen mit Lebensfrische Gekoppelt –

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Ein graues Haar steckt all die andern an!

Hamerling, Ahasver(us) in Rom, 1866

Der Mensch muß ein Höheres, ein Göttliches anerkennen – ob in sich, über sich, gleichviel. Ohne den Blick auf ein solches fällt er vornüber und läuft auf allen Vieren.

Hamerling, Danton und Robespierre. Tragödie in fünf Aufzügen, Hamburg 1871

Das Höchste menschlicher Weisheit ist, einzusehen, daß alle Behauptungen nur bedingt und relativ, nur unter Umständen wahr sind.

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Entfache des Geistes Leuchte zu niegeseh'nem Glanz; Doch pflege das Herz auch, pflege den keuschen Kranz Tiefsinniger Gefühle; wahre duftig zart Die Blume deutschen Gemütes im frostigen Hauch der Gegenwart.

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