Søren Kierkegaard (1813–1855)

67 Sprüche Romantik

Es ist so manche Ehe entweiht worden, obschon es nicht durch einen Fremden geschah.

Kierkegaard, Der Begriff Angst (Begrebet Angest), veröffentlicht unter dem Pseudonym Vigilius Haufniensis (der Hüter Kopenhagens) 1844

Je unendlicher einer ist, desto mehr kann und will er sich um Kleinigkeiten kümmern. Ich glaubte dieses buchstäblich, daß er um jeden Sperling sich kümmere [...].

Kierkegaard, Die Tagebücher 1834-1855, Auswahl und Übertragung von Theodor Haecker, 2 Bde., 1923. 1849

O du unendliche Liebe, die niemals aufhört, allezeit hilfreich auszuhalten mit mir.

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Keiner verirrt sich so weit weg, daß er nicht zurückfinden kann zu Dir, Du, der du nicht bloß bist wie eine Quelle, die sich finden läßt [...].

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[...] daß Gott nötig haben nichts ist, dessen man sich schämen müßte, sondern eben die Vollkommenheit ist, und daß es am traurigsten ist, wenn etwa ein Mensch durchs Leben ginge ohne zu entdecken, daß er Gott nötig hat.

Kierkegaard, Vier erbauliche Reden, 1844

Gott will Menschen, die ihn preisen, anbeten, loben und danken können.

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Weil Gott Geist und Wahrheit ist, kann man sich nur in Wahrheit Ihm nahen dadurch, daß man heilig sein will, wie Er heilig ist – durch die Reinheit des Herzens.

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Wenn die Ewigkeit auf einmal und in ihrer Sprache dem Menschen seine Aufgabe setzen wollte, ohne auf sein Fassungsvermögen und seine schwachen Kräfte Rücksicht zu nehmen: der Mensch müßte verzweifeln.

Geismar (Hg.), Søren Kierkegaard, Religion der Tat. Sein Werk in Auswahl, übersetzt & hg. von Eduard Geismar, Alfred Kröner Verlag 1948 (EA: 1930). Taten der Liebe

Des Gottes zu bedürfen ist des Menschen höchste Vollkommenheit.

Kierkegaard, Vier erbauliche Reden, 1844

Aber den anstrengendsten von allen Gedanken, im Vergleich mit dem selbst der ernste Gedanke an den Tod leichter ist, den Gedanken an Gott, kann der Religiöse mit einer solchen Leichtigkeit wie du und ich und Hinz und Kunz und Justizrat Müller bewegen, denn das steht wohl fest, daß an uns keiner etwas merkt.

Kierkegaard, Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken, 1846. Übersetzt von Hermann Gottsched, 1910

Vater im Himmel! Auf vielerlei Weise redest Du zu einem Menschen; Du, dem Weisheit und Verstand allein gehören, Du willst Dich ihm doch verständlich machen. Ach, und auch wenn Du schweigst, so redest Du ja doch mit ihm [...] So laß es gesegnet sein auch dieses Schweigen, wie jedes Deiner Worte zu einem Menschen, laß ihn nie vergessen, daß Du auch dann redest, wann Du schweigst; schenke ihm diesen Trost, wenn er auf Dich baut, daß Du aus Liebe schweigst, wie Du aus Liebe redest, so daß nun, ob Du schweigest oder redest, Du doch derselbe Vater bist, dieselbe Väterlichkeit, ob Du durch Deine Stimme leitest oder durch Dein Schweigen erziehest.

Kierkegaard, Die Tagebücher 1834-1855, Auswahl und Übertragung von Theodor Haecker, 2 Bde., 1923. 1846

Das Höchste, was ein Mensch vermag, ist, daß er sich von Gott helfen lassen kann. Gott dringend nötig zu haben, ist des Menschen höchste Vollkommenheit.

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Und just dieses ist Gott das einzig Wohlgefällige: daß du recht in Wahrheit nach ihm drängst...; er hat nur eine Freude: mitzuteilen, und also ist der Willkommenste, der am meisten nach ihm drängt.

Kierkegaard, Die Tagebücher 1834-1855, Auswahl und Übertragung von Theodor Haecker, 2 Bde., 1923. 1850

Einem andern Menschen behilflich sein, daß er Gott liebe, heißt ihn lieben; von einem andern Menschen darin unterstützt werden, daß man Gott liebe, heißt geliebt werden.

Kierkegaard, Leben und Walten der Liebe (Kjerlighedens Gjerninger), 1847. Übersetzt von Albert Dorner, 1890

Das Dasein jemandes, der da ist, zu beweisen ist das unverschämteste Attentat, da es ein Versuch ihn lächerlich zu machen ist.

Kierkegaard, Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken, 1846. Übersetzt von Hermann Gottsched, 1910

Gott schafft Alles aus Nichts – und Alles, was Gott gebrauchen will, macht er zuerst zu Nichts.

Kierkegaard, Tagebücher

Es kommt darauf an, meine Bestimmung zu verstehen, zu sehen, was Gott eigentlich will, daß ich tun soll; es gilt eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit ist für mich, die Idee zu finden, für die ich leben und sterben will.

Kierkegaard, Die Tagebücher 1834-1855, Auswahl und Übertragung von Theodor Haecker, 2 Bde., 1923. 1. August 1835

Bereits sokratisch geurteilt, und noch entschiedener der Lehre des Christentums gemäß, ist die Wahrheit in der Minderheit [...].

Kierkegaard, Kleine Schriften, 1848. Hat ein Mensch das Recht, sich für die Wahrheit totschlagen zu lassen?

Nur dann erkenne ich die Wahrheit in Wahrheit, wenn sie in mir ein Leben wird.

Kierkegaard, Einübung in das Christentum (Indøvelse i Christendom), 1850. Übersetzt von Hermann Gottsched, 1912

Wahrheit steht am Anfang des Vertrauens. Je echter die Wahrheit, um so kürzer der Weg zur Verständigung.

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Herr, gewähre mir ein schwaches Auge für Dinge, die nicht zählen, und ein starkes Auge für alle deine Wahrheit.

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